Geplanter Besuch in Houston Nasa lädt russischen Weltraum-Chef aus

Im Februar sollte der Chef der russischen Weltraumbehörde, Dmitrij Rogosin, die USA besuchen. Nun zieht die Nasa die Einladung zurück - auf Druck von demokratischen Senatoren.

Dmitrij Rogosin
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Dmitrij Rogosin


Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind angespannt - aber im Weltall funktioniert die Zusammenarbeit beider Staaten noch immer gut. Amerikanische und russische Raumfahrer bewohnen die internationale Raumstation ISS, die Nasa nutzt russische Transporter zur Beförderung ihrer Astronauten ins Weltall.

Als Zeichen, diese Kooperation weiter aufrechtzuerhalten, hatte Nasa-Chef Jim Bridenstine seinen russischen Kollegen Dmitrij Rogosin für den Februar zu einem Arbeitsbesuch in die USA eingeladen. Doch nun hat er dieses Angebot auf politischen Druck hin zurückgezogen.

"Wir haben von mehreren Senatoren gehört, dies sei keine gute Idee", sagte Bridenstine der "Washington Post" mit Blick auf den zunächst geplanten Besuch. Vor allem Politiker der Demokraten hatten die Einladung an Rogosin scharf kritisiert.

Sanktionen gegen Rogosin

Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen sagte am Mittwoch, die Einladung der Nasa an Rogosin, das Johnson-Raumfahrtzentrum in Houston zu besuchen, werfe ein schlechtes Licht auf die USA und schade den "vordringlichen Sicherheitsinteressen" der USA.

Rogosin gilt als glühender Nationalist, der für seine antiwestliche Rhetorik bekannt ist. Im Zusammenhang mit der Ukrainekrise hatte die US-Regierung 2014 ein Einreiseverbot und eine Kontensperrung gegen Rogosin verhängt. Damals amtierte er noch als stellvertretender Ministerpräsident. Im Mai 2018 ernannte ihn Staatschef Wladimir Putin zum Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Nasa-Chef Jim Bridenstine hatte Russland im vergangenen Oktober einen Besuch abgestattet. Es war seine erste Auslandsreise, seit er den Posten im April antrat. Der russischen Nachrichtenagentur Tass sagte er damals, die Nasa habe eine zeitweilige Aufhebung der gegen Rogosin verhängten Strafmaßnahmen erreicht, um ihm einen Gegenbesuch zu ermöglichen. Bridenstine betonte, er habe weder die Einladung noch die Ausladung für Rogosin mit dem Weißen Haus abgesprochen.

syd/AFP/dpa



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rosinenzuechterin 05.01.2019
1. Anfang vom Ende
Oh-oh ... gar keine gute Idee!
biesi61 05.01.2019
2. Krank!
Einfach nur krank, wie sich die USA international benehmen! Was für eine widerwärtige Politik von selbsternannten Überlegenen, die auf andere Nationen nur arrogant und abwertend hinabschauen.
eduard.h 05.01.2019
3.
Da kann die Welt ja richtig froh sein, dass es in den USA keine Nationalisten und Scharfmacher gibt.
schmuella 05.01.2019
4. Zukunft
Stellt sich die Frage, wie es in Zukunft mit der Raumfahrt weitergehen soll. Sollte die Situation eskalieren, wird am Ende die ISS nicht mehr gemeinsam in der bisherigen Form betrieben werden können. Die USA wollen mit einer neuen Raumkapsel bereits 2019 erste Testflüge durchführen, die zukünfig Menschen ins All bringen kann. Damit wären sie nicht mehr auf Russland angewiesen, die seit 2011 diese Aufgabe übernommen haben. Möglicherweise ist das eine Erklärung für die aktuelle Entwicklung. Denkbar wäre es, dass Russland und China zukünftig enger zusammenarbeiten werden, wenn die Gräben zwischen Russland und dem Westen tiefer werden, wovon man wohl ausgehen muss.
reever_de 05.01.2019
5.
Demnächst werden dann wahrscheinlich aus "technischen Gründen" keine russischen Versorgungsflüge zur ISS mehr möglich sein. So ein Glück für unseren neuen Heroen im All, unseren "Astro-Alex", das er noch ein russisches Taxi zur Erde nehmen konnte. Wird wohl bald schwieriger. Zudem die Russen bisher grade Raketentriebwerke gut und gern geliefert haben. Aus??? Nachdem die schweren russischen Transportflugzeuge für die NATO zur Versorgung der alliierten Truppen in Afghanistan nicht mehr zur Verfügung stehen (aus gleichen Gründen), wirds wahrscheinlich im All bald genauso weitergehen. "Seht zu wie Ihr klarkommt!". Danke, Amerika. Aber hier in den deutschen Medien wird ja immer noch und immer wieder versucht, grade die Demokrate Partei in den USA als Ritter des Lichts und als wahrer Streiter gegen die Kräfte des Bösen dort zu stilisieren. "Die" sind auch kein Gramm besser als die ach so bösen Republikaner. Es ist eine Schande, das eine so große Nation wie die USA nicht in der Lage ist, ernsthafte und respektable Spitzenpolitiker hervorzubringen welche in der Lage sind, die Nation zu führen. Weder Herr Trump noch Frau Clinton waren eine eche "Wahl", sondern die bekannte Wahl zwischen Pest und Cholera. Mehr nicht.
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