Erkundungsfahrt Nasa schickt neuen Roboter auf Marsmission

Vor Kurzem flog die Nasa erstmals seit 2011 wieder Astronauten ins All, nun will die US-Raumfahrtbehörde den Roboter "Perseverance" zum Mars senden. Er hat zwar keine Mannschaft, aber elf Millionen Namen an Bord.
Marsroboter "Perseverance" im Kennedy Space Center in Florida/USA: Elf Millionen Namen an Bord

Marsroboter "Perseverance" im Kennedy Space Center in Florida/USA: Elf Millionen Namen an Bord

Foto: ZUMA Wire/ imago images

Erst vor wenigen Wochen startete die erste Space-X-Rakete mit zwei amerikanischen Astronauten an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Es war das erste Mal seit neun Jahren, dass von dem Weltraumbahnhof in Florida wieder eine bemannte Mission startete. Die Nasa-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley flogen zur Internationalen Raumstation ISS.

In rund einem Monat soll es dann den nächsten spektakulären Start geben: Am 17. Juli, so der Plan, hebt der Nasa-Rover "Perseverance" ebenfalls von Cape Canaveral ab - zum Mars. Trotz der Coronavirus-Pandemie verlaufe alles planmäßig, so die Nasa. Im Februar 2021 soll "Perseverance" dann in einem ausgetrockneten See - dem Jezero Crater - landen. Dieser Ort sei noch nie untersucht worden.

Der Roboter ist rund tausend Kilogramm schwer und ungefähr so groß wie ein Kleinwagen. "Perseverance" ist unbemannt und soll wie auch schon seine Vorgänger Fotos machen und Steine sammeln. "Der Rover soll nach Spuren von früherem Leben suchen, neue Technologien für die Zukunft menschlicher Exploration testen und die ersten Steinproben sammeln, die wieder zur Erde zurückgebracht werden sollen", heißt es bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

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Den Namen "Perseverance", auf Deutsch etwa "Durchhaltevermögen", verdankt der Rover einem Siebtklässler aus dem US-Bundesstaat Virginia, der ihn der Nasa vorschlug. Zuvor war der rund 2,5 Milliarden Dollar teure Roboter rund acht Jahre lang unter dem Arbeitstitel "Mars 2020" entworfen und gebaut worden.

An Bord hat der Rover neben viel Technik auch die Namen von knapp elf Millionen Menschen , gebrannt auf drei fingernagelgroße Chips. Die NASA-Kampagne "Send your name to Mars" lud Menschen auf der ganzen Welt ein, ihre Namen einzureichen, damit diese an Bord des nächsten Rovers zum Roten Planeten "mitfahren". 

"Curiosity 2.0"

"Perseverance" wäre im Erfolgsfall der Mission bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars bringt. 1997 landete der "Sojourner", der nur rund drei Monate lang mit der Erde kommunizierte. 2004 folgten die Zwillingsrover "Spirit" und "Opportunity". Die Kommunikation zu "Spirit" ging 2007 in einem riesigen Staubsturm verloren, "Opportunity" erlag 2018 dem gleichen Schicksal.

2012 landete dann "Curiosity", dessen Team seitdem auch über die sozialen Netzwerke Wissenschaftler und Fans mit Neuigkeiten und Fotos versorgt. Der Roboter ist seitdem ein Publikumsliebling. Zudem schaffte es 2018 der stationäre Nasa-Lander "InSight" zum Mars, außerdem kreisen mehrere Sonden um den Roten Planeten. Zuletzt maß die US-Sonde rund 170 Beben auf dem roten Planeten.

"Perseverance" ist für die Nasa eine Art "Curiosity 2.0" - unter anderem mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, zwei Mikrofonen, 23 Kameras, einem Laser und sogar einem kleinen Hubschrauber an Bord. Die guten und schlechten Erfahrungen aller vorherigen Missionen haben die Nasa-Wissenschaftler bei der "Perseverance"-Planung zusammengebracht.

Dennoch bleiben Mars-Missionen eine große Herausforderung. Besonders die Landungen gelten als extrem schwierig, nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren erfolgreich. 2016 war etwa die Sonde "Schiaparelli" der europäischen Raumfahrtagentur Esa infolge eines Computerfehlers beim Landeanflug abgestürzt.

sug/dpa
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