Marsmission Nasa-Rover »Perseverance« erfolgreich gelandet

Der Rover »Perseverance« ist auf dem Mars gelandet. Der Nasa-Roboter war im Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartet und soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen.
Erste Bilder der Landung des Roboters

Erste Bilder der Landung des Roboters

Foto: NASA/HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Der US-Rover »Perseverance« ist erfolgreich auf dem Mars gelandet. »Landung bestätigt«, hieß es am Donnerstag gegen 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit aus dem Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena – und die Ingenieure und Wissenschaftlerinnen klatschten und jubelten. Mit einem riskanten und mehrere Minuten dauernden Manöver setzte der Ende Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartete Roboter der US-Raumfahrtbehörde Nasa nun in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens »Jezero Crater« auf.

DER SPIEGEL

Schon wenige Minuten nach der Landung schickte »Perseverance« erste pixelige Schwarz-Weiß-Fotos vom Mars, von denen eines den Schatten des Rovers zeigte, der auf den trostlosen, felsigen Landeplatz geworfen wurde. »Was für ein wundervoller Tag«, sagte der kommissarische Nasa-Chef Steve Jurczyk. »Was für ein wundervolles Team, das durch alle Widrigkeiten und Herausforderungen gearbeitet hat, die die Landung eines Mars-Rovers mit sich bringen – und dann auch noch die Herausforderungen der Corona-Pandemie.«

Wegen der Corona-Pandemie war nur rund die Hälfte der Nasa-Mitarbeiter im Kontrollzentrum anwesend, die normalerweise bei einem solchen Manöver dort arbeiten würden. Sie trugen Masken, hielten Abstand voneinander und umarmten sich nach der Bestätigung über die erfolgreiche Landung nicht wie üblich, sondern stießen im Jubel lediglich ihre Fäuste gegeneinander. »Das Team rastet völlig aus, das ist alles so surreal«, sagte Chef-Ingenieur Rob Manning. Die große Plastikdose Erdnüsse, die vor einem solchen Landeversuch normalerweise herumgereicht wird und Glück bringen soll, sei durch individuelle Päckchen für jeden ersetzt worden, hatte er zuvor verraten.

»Ich bin sicher auf dem Mars«, teilte »Perseverance« nach der Landung via Kurznachrichtendienst Twitter mit. »Durchhaltevermögen bringt dich überall hin.«

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Auch auf dem Twitter-Profil der Nasa wurde die Landung bestätigt – aber auch hinzugefügt: »Der Countdown zum Mars ist abgeschlossen, aber die Mission hat gerade erst begonnen.« Das Roboterfahrzeug war fast sieben Monate lang durch den Weltraum gesegelt und legte dabei 472 Millionen km zurück, bevor es die Marsatmosphäre mit 19.000 Kilometern pro Stunde durchbohrte, um sich dem Aufsetzen auf der Oberfläche des Planeten zu nähern.

Die spektakuläre Landung wurde per YouTube-Livestream begleitet. Experten hatten dabei über den Mars sowie bisherige Projekte berichtet und die aktuelle US-Mission erläutert. Kurz vor der erwarteten Landung wurde zum Livestream der Nasa gewechselt. Menschen auf der ganzen Welt verfolgten die Landung des Roboters.

Menschen auf der ganzen Welt, hier am Piccadilly Circus in London, verfolgten die Landung

Menschen auf der ganzen Welt, hier am Piccadilly Circus in London, verfolgten die Landung

Foto: Stuart C. Wilson / Getty Images

»Perseverance« (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) ist bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars bringt – zuletzt 2012 »Curiosity«. Insgesamt waren bislang weniger als die Hälfte aller weltweit gestarteten Mars-Missionen erfolgreich.

In den kommenden Wochen und Monaten soll das Roboterauto, das etwa die Abmaße eines Kleinwagens hat, anschließend den fast 50 Kilometer weiten Jezero-Krater nördlich des Mars-Äquators erforschen .

Der rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teure Rover war rund acht Jahre lang entworfen und gebaut worden und soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. An Bord hat der rund 1000 Kilogramm schwere Roboter von der Größe eines Kleinwagens unter anderem 7 wissenschaftliche Instrumente, 23 Kameras, einen Laser – und sogar einen kleinen Helikopter.

Das Interesse am Mars wächst zurzeit in vielen Nationen. Die Vereinigten Arabischen Emirate etwa haben gerade mit internationaler Hilfe einen Orbiter in der Umlaufbahn platziert. Dort kreist seit Kurzem auch eine chinesische Sonde, die im Frühjahr erstmals einen Rover absetzen soll. Forscher der europäischen Esa und der russischen Roskosmos wollen ihr geplantes Marsmobil , wenn alles glattgeht, im kommenden Jahr losschicken.

svv/dpa/Reuters