Internationale Raumstation Nasa sagt Außeneinsatz im All ab – aus Angst vor Weltraumschrott

Eigentlich sollten die US-Astronauten Thomas Marshburn und Kayla Barron eine defekte Antenne an der Internationalen Raumstation reparieren. Doch der Außeneinsatz wurde kurzfristig verschoben.
Internationale Raumstation (Archivbild)

Internationale Raumstation (Archivbild)

Foto: HANDOUT / Reuters

Wenige Stunden vor dem geplanten Beginn hat die US-Weltraumbehörde Nasa einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) abgesagt. Eigentlich sollten die US-Astronauten Thomas Marshburn und Kayla Barron eine defekte, mehr als 20 Jahre alte Antenne reparieren. Die Ersatzteile dafür waren zuvor von der Erde geliefert worden und sind an der Außenseite der Station gelagert.

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Es gibt zwar noch weitere vergleichbare Antennenanlagen an der Station, die funktionieren. Trotzdem hatten sich die ISS-Planer für einen Austausch entschieden. Dieser wurde nun aber kurzfristig verschoben, weil offenbar eine erhöhte Gefahr für die beiden Raumfahrer bestand, von einem Stück Weltraumschrott getroffen zu werden. Weil die Trümmer mit einer Geschwindigkeit von vielen tausend Kilometern pro Stunde unterwegs sind, wäre ein Treffer extrem gefährlich.

Unterstützung durch Esa-Astronauten Maurer geplant

Ob das von der Nasa erwähnte Trümmerteil auf den Test einer russischen Anti-Satellitenwaffe  Mitte November zurückgeht, war zunächst nicht klar. Beim unangekündigten Abschuss eines ausgedienten Spionagesatelliten waren dabei unzählige Trümmer entstanden, von denen viele auch die Bahn der ISS kreuzen. Vor allem aus den USA hatte es anschließend scharfe Kritik an Russland gegeben.

Der Astrophysiker Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics hatte am Dienstag die Bahndaten von 105 bekannten Trümmerteilen des Abschusses untersucht  und dabei keine Annäherung an die ISS im Zeitraum des geplanten Außeneinsatzes gefunden. Allerdings geht die Nasa von allein 1700 größeren Fragmenten aus. Mit der Zeit dürfte diese Zahl durch Kollisionen der Bruchstücke untereinander sogar noch zunehmen.

Der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer sollte die Reparatur aus dem Inneren der Raumstation mithilfe eines Roboterarms unterstützen. Dabei sollte ihm der Amerikaner Raja Chari assistieren.

Auch für Maurer ist in den kommenden Monaten ein Außeneinsatz geplant, den er in einem russischen Raumanzug  absolvieren soll. Das hat damit zu tun, dass die Arbeiten an einem russischen Modul stattfinden. Normalerweise tragen die Esa-Astronauten auf der ISS die Anzüge der Amerikaner, ein eigenes europäisches Modell gibt es nicht.

chs
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