Spektakuläres Experiment Nasa-Sonde kracht absichtlich in Asteroid

Ist es möglich, die Flugbahn eines Asteroiden mit dem gezielten Einschlag einer Sonde zu ändern? Das wollte die Nasa herausfinden – und meldet nun den Erfolg ihrer 330 Millionen Dollar teuren »Dart«-Mission.
Die Nasa übertrug die Mission live – hier ist der Asteroidenmond Dimorphos kurz vor dem Aufprall der Sonde zu sehen

Die Nasa übertrug die Mission live – hier ist der Asteroidenmond Dimorphos kurz vor dem Aufprall der Sonde zu sehen

Foto: NASA / AFP

Erstmals ist eine Sonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa bei einem Abwehrtest direkt und absichtlich in einen Asteroiden gekracht. Die nur mit einer Kamera ausgestattete unbemannte Sonde der Mission Dart (Double Asteroid Redirection Test) steuerte in der Nacht zum Dienstag wie geplant in den Asteroiden Dimorphos. Das teilte die Nasa mit.

Die Behörde übertrug das Spektakel live, die Sonde sendete ein Bild pro Sekunde zur Erde. Als klar war, dass sie den Asteroiden treffen wird, brach im Kontrollzentrum im US-Bundesstaat Maryland lauter Jubel aus. »Aufprall bestätigt für die weltweit erste Testmission zur planetaren Verteidigung«, verkündete die Nasa. »Wir haben diesen Moment schon so lange geplant und so viel darüber gesprochen – aber die Bilder haben meine Erwartungen übertroffen«, sagte Nasa-Managerin Nancy Chabot.

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Von der rund 330 Millionen Dollar teuren Mission erhofft sich die Nasa Erkenntnisse darüber, wie die Erde vor herannahenden Asteroiden geschützt werden könnte. Die Frage ist, ob es möglich sein könnte, die Flugbahn eines Asteroiden auf diese Weise abzuändern.

Nasa-Managerin Lori Glaze erklärte nach dem erfolgreichen Aufprall der Sonde, die Mission habe Geschichte geschrieben. »Wir brechen jetzt in eine neue Ära der Menschheit auf, in der wir die Möglichkeit haben könnten, uns gegen den Einschlag eines Asteroiden zu schützen.«

Derzeit wissen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von keinem Asteroiden, der in absehbarer Zeit direkt auf die Erde zurasen könnte. Aber Forscherinnen und Forscher haben rund 27.000 Asteroiden in der Nähe der Erde identifiziert, davon rund 10.000 mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern.

Dimorphos, eine Art Mond des Asteroiden Didymos mit einem Durchmesser von rund 160 Metern, stellt Berechnungen der Nasa zufolge derzeit keine Gefahr für die Erde dar. Und die »Dart«-Mission  war so angelegt, dass der Asteroid auch nach dem Aufprall der Sonde keine Gefahr darstellen soll.

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Nach dem erfolgreichen Aufprall beginne nun die eigentliche wissenschaftliche Arbeit, sagte Nasa-Managerin Glaze. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen nun untersuchen, ob sich die rund zwölfstündige Umlaufbahn des Dimorphos durch den Einschlag der Sonde verändert hat – und wenn ja, inwiefern sie sich verändert hat. 2024 soll zur noch genaueren Untersuchung dieser Frage dann die Esa-Mission »Hera« starten.

aar/dpa
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