Geplante Mondmission 2024 Nasa stellt neuen Raumanzug vor

Im Jahr 2024 wollen die USA wieder auf dem Mond landen - wenn alles gut geht. Die Astronauten sollen dann nicht mehr "wie Hasen" über die Mondoberfläche hüpfen müssen. Die Nasa hat einen neuen Raumanzug kreiert.

Liu Jie/XinHua/dpa

In fünf Jahren sollen sie wieder auf dem Mond stehen, wenn alles klappt. Doch dieses Mal sollen die US-Astronauten es etwas leichter haben als bei den "Apollo"-Missionen vor einem halben Jahrhundert: Bei ihrer nächsten Mondlandung werden sie nicht mehr über den Erdtrabanten hüpfen müssen, sondern geschmeidig gehen können. Dafür soll der neue, flexiblere Raumanzug sorgen, dessen Prototyp die US-Weltraumbehörde Nasa vorgestellt hat.

Der Anzug mit dem Namen Exploration Extravehicular Mobility Unit (xEMU) gibt den Astronauten mehr Bewegungsfreiheit als das "Apollo"-Modell. xEMU passt Dank seiner Einheitsgröße Frauen wie Männern.

"Wenn wir uns an die 'Apollo'-Generation erinnern, erinnern wir uns daran, wie Neil Armstrong und Buzz Aldrin wie Hasen über die Mondoberfläche gehüpft sind", sagte Nasa-Chef Jim Bridenstine im Hauptquartier der Weltraumbehörde in Washington. "Jetzt wird es uns möglich sein, über die Mondoberfläche zu laufen. Das ist ganz anders als bei den früheren Anzügen."

Gegenstände aufheben, ohne das Gleichgewicht zu verlieren

Nasa-Ingenieurin Kristine Davis führte vor, wie sie in dem weißen Anzug mit roten und blauen Streifen ihre Arme über den Kopf heben und sich bücken kann, um Gegenstände aufzuheben, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Mit dem Anzug sollen für den Menschen Umgebungstemperaturen von -157 Grad bis zu +121 Grad auszuhalten sein, zumindest im Vakuum. "Wenn wir auf den Mars fliegen, dann brauchen wir eine neue Isolierung, denn dort gibt es eine Atmosphäre", erklärte Nasa-Ingenieurin Amy Ross. Das sei aber kein Problem. Denn der ganze Anzug sei modular gestaltet. Dasselbe Kernsystem soll für die Internationale Raumstation ISS, eine künftige Raumstation in einer Mondumlaufbahn, für die Mondoberfläche oder für den Mars geeignet sein.

Außerdem wurde das System zur Absorption von Kohlendioxid verbessert, das bei der Atmung entsteht. Während bisherige Raumanzüge das CO2 nur bis zu einem bestimmten Sättigungsgrad aufnehmen, kann das Modell xEMU das Gas nach außen ins All abgeben.

Geplante Mondlandung im Jahr 2024

Die USA wollen 2024 wieder einen Menschen auf den Mond bringen - erstmals seit 1972. Auch der orangefarbene Anzug wurde vorgestellt, den die Astronauten auf dem Weg zum Erdtrabanten in der Raumfähre tragen sollen. Der Orion Crew Survival Suit ermöglicht bis zu sechs Tage ihr Überleben, sollte zum Beispiel ein Meteorit die Außenwand ihres Raumschiffs durchschlagen.

Die beiden neuen Raumanzüge in einer Einheitsgröße lassen sich an den jeweiligen Astronauten anpassen. Bislang werden Raumanzüge in verschiedenen Größen hergestellt. Vermutlich werden die Nachfolger erst ein Jahr vor der geplanten Mondmission einsatzbereit sein.

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Neue Raumanzüge: Kein Gehüpfe mehr auf dem Mond

Erst im März musste die US-Weltraumbehörde den ersten geplanten, nur von Frauen ausgeführten Weltraumaußeneinsatz absagen, weil nicht genügend passende Raumanzüge zur Verfügung standen: Ursprünglich sollten die beiden Astronautinnen Christina Koch und Anne McClain den Außeneinsatz gemeinsam vornehmen, doch gab es nur einen Raumanzug in der Größe M. Daraufhin musste McClain durch ihren Kollegen Nick Hague ersetzt werden.

Der Vorfall war besonders peinlich, da die Nasa den ersten Außeneinsatz eines rein weiblichen Teams groß angekündigt hatte. Der Weltraumbehörde wurde vorgeworfen, Frauen indirekt zu benachteiligen.

Laut Bridenstine soll der Einsatz nun am Donnerstag oder Freitag nachgeholt werden. Neben Koch wird demnach Jessica Meir an ihm teilnehmen, die im September zur ISS-Besatzung dazugestoßen war - McClain ist inzwischen wieder zur Erde zurückgekehrt.

Koch und Meir sollen ein fehlerhaftes Batterieladesystem ersetzen, wie der Nasa-Chef auf Twitter mitteilte.

cop/dpa/AFP



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