Fotostrecke

Nasa-Teleskop "Wise": Spähen im dunklen All

Foto: NASA/ UCLA

"Wise" Weltraumteleskop findet Millionen Schwarze Löcher

Zweimal hat das Infrarot-Teleskop "Wise" den gesamten Himmel fotografiert - und dabei 2,5 Millionen Schwarze Löcher aufgespürt. Für die Wissenschaft eine kleine Sensation - denn zwei Drittel von ihnen waren bisher unbekannt. Auch einen exotischen Galaxietyp haben die Forscher entdeckt.

Washington - Das US-Weltraumteleskop "Wise" sorgt auch nach dem Ende seiner Einsatzzeit noch für Schlagzeilen. Im Februar 2011 war der Satellit eingemottet worden. Das Kühlmittel für wichtige Sensoren war zu diesem Zeitpunkt längst alle, nur in einigen Wellenlängen-Bereichen konnte "Wise" ("Wide-field Infrared Survey Explorer") überhaupt noch messen. Außerdem wurde das Geld knapp.

Doch zuvor hatte das Infrarot-Observatorium einen riesigen Datenschatz gesammelt, mit dessen Auswertung Wissenschaftler noch lange beschäftigt sein werden. Zwei Mal hatte das Teleskop den gesamten Himmel mit bislang ungekannter Präzision fotografiert. Millionen von Bildern entstanden - voll mit Objekten, die im Bereich des sichtbaren Lichts nicht nachweisbar sind. Wie wertvoll die "Wise"-Daten sind, zeigen nun drei Fachartikel, die in Kürze im Magazin "Astrophysical Journal" erscheinen werden.

Die Autoren eines Papers  haben mit Hilfe der "Wise"-Daten Millionen bislang unbekannter Schwarzer Löcher im Weltall aufgespürt. Insgesamt fand das Team um Daniel Stern vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa in Pasadena (US-Bundesstaat Kalifornien) in der Himmelskartierung des Weltraumteleskops 2,5 Millionen aktive, extrem massereiche Schwarze Löcher.

Sie sind zum Teil bis zu zehn Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. Rund zwei Drittel dieser Objekte seien niemals zuvor nachgewiesen worden, berichtete die US-Raumfahrtbehörde Nasa. "Wise" konnte aufgeheizten Staub am Rand der schwarzen Löcher aufspüren, der im Infrarotbereich sichtbar glimmt.

Diese Fähigkeit half auch beim Fund einer interessanten Klasse von Galaxien, die in den beiden anderen Fachartikeln beschrieben werden. Wissenschaftler um Peter Eisenhardt, ebenfalls vom JPL, berichten in einem Paper  von den Sterneninseln, die zu den hellsten Objekten im Universum zählen. In den "Wise"-Daten fanden sich rund 1000 Kandidaten. Rund 100 der Funde wurden inzwischen durch Teleskope auf der Erde bestätigt.

Die Galaxien strahlen deutlich heller als unsere Milchstraße. Sie hüllen sich jedoch in so dichten Staub, dass sie im sichtbaren Licht nicht nachweisbar sind. Vermutlich handele es sich um eine seltene Entwicklungsstufe von Galaxien im frühen Universum, erläuterte JPL-Forscher Jingwen Wu. Er ist Leitautor des dritten Fachartikels , der unter anderem beschreibt, wie die staubverschleierten Galaxien von supermassereichen Schwarzen Löchern in ihrem Zentrum befeuert werden.

chs/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.