Mission "Osiris Rex" Nasa will mit Sonde auf Asteroid landen

Eine Sonde der Nasa soll einen Asteroiden untersuchen und dazu sogar auf dessen Oberfläche landen. Den Bau des unbemannten Raumschiffs hat die US-Behörde nun genehmigt. Ziel ist ein Himmelskörper, der in ferner Zukunft der Erde gefährlich werden könnte.

"Osiris Rex" (künstlerische Darstellung): "Der letzte notwendige Schritt"
NASA/Goddard/University of Arizona/dpa

"Osiris Rex" (künstlerische Darstellung): "Der letzte notwendige Schritt"


Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Bau eines Raumschiffs für eine Asteroiden-Mission genehmigt. Experten der Nasa und externer Organisationen hätten sich nach mehrtägigen Beratungen auf das Design des Raumschiffs, der wissenschaftlichen Instrumente und der Startplattform geeinigt, teilte die Nasa mit.

Der Bau könne nun bald beginnen. "Das ist der letzte notwendige Schritt, damit diese Mission vom Papier zum fertigen Produkt werden kann", sagte Nasa-Manager Gordon Johnston.

Die "Osiris Rex" genannte, rund eine Milliarde Dollar (etwa 725 Millionen Euro) teure Mission, soll im Herbst 2016 von Cape Canaveral starten. 2018 soll sie auf den Asteroiden 1999 RQ36, Spitzname "Bennu", treffen. Er hat einen Durchmesser von rund 500 Metern.

Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens auf der Erde

Technologisch und wissenschaftlich sei die Mission Pionierarbeit, sagt Chefwissenschaftler Dante Lauretta. Das Team der "Osiris-Rex"-Mission habe jedoch bewiesen, dass es seine Ziele erreichen könne.

Fünf wissenschaftliche Instrumente sollen dann die Oberfläche des Asteroiden untersuchen. 2023 soll das Raumschiff zur Erde zurückkehren - mit mindestens 60 Gramm Asteroiden-Staub an Bord. Der amerikanische Rüstungs- und Technologiekonzern Lockheed Martin hat das Design des Raumschiffs entworfen und wird es bauen.

Von der Untersuchung von "Bennu" verspricht sich die Nasa neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens und des Sonnensystems. "Bennu" könnte außerdem 2182 der Erde gefährlich werden. Auch wenn die Chance eines Zusammenstoßes nur bei 1 zu 1800 liegt: Er sei nach Angaben der Nasa einer der gefährlichsten der Menschheit bekannten Asteroiden. Nach der Mission plant die Nasa, einen Asteroiden zu fangen und in eine Umlaufbahn des Mondes zu ziehen. Dann könnten Astronauten darauf landen - allerdings frühestens 2025.

Gelingt die Mission, wäre es die weltweit zweite Landung auf einem Asteroiden. Bereits 2005 war die japanische Raumsonde "Hayabusa" auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Mit deutscher Beteiligung startet wohl noch in diesem Jahr die japanische Sonde "Hayabusa 2" ins Weltall. Ziel ist ein winziger Himmelskörper namens 1999 JU 3. Vier Jahre wird die Anreise dauern - eine lange Zeit voller Kälte und Strahlung. Deutsche Ingenieure haben den Landeroboter "Mascot" gebaut.

Die europäische Raumfahrtagentur Esa plant für November 2014 die weltweit erste Landung auf einem Kometen: Die Raumsonde "Rosetta" soll ein Minilabor zum Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" bringen.

Kosmische Brocken

isa/dpa/Reuters

insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
yourtalkmaster 12.04.2014
1. Sinn
... macht dieses Projekt sicher. Skeptiker könnten einwenden: warum so viel Geld verpulvern, für ein Objekt, das uns von allein besuchen kommt.
Beat Adler 12.04.2014
2. Bemannte Raumfahrt kostet im Verhaeltnis zum Resultat zuviel.
Zitat von yourtalkmaster... macht dieses Projekt sicher. Skeptiker könnten einwenden: warum so viel Geld verpulvern, für ein Objekt, das uns von allein besuchen kommt.
Bemannte Raumfahrt kostet im Verhaeltnis zum Resultat zuviel. Sie sollte ganz Privaten ueberlassen werden. Der Bau von Hotels auf Mond und Mars z.B.;-) Die Erforschung von Asteroiden kann u.U. helfen ein Geschoss auf Kollisionskurs mit der Erde abzulenken. mfG Beat
laxness 12.04.2014
3. kann aber auch.....
Zitat von Beat AdlerBemannte Raumfahrt kostet im Verhaeltnis zum Resultat zuviel. Sie sollte ganz Privaten ueberlassen werden. Der Bau von Hotels auf Mond und Mars z.B.;-) Die Erforschung von Asteroiden kann u.U. helfen ein Geschoss auf Kollisionskurs mit der Erde abzulenken. mfG Beat
...nach hinten losgehen, wenn man den Asteroiden duch die Landung in die "falsche" Richtung beschleunigt und damit erst eine Kollision mit der Erde verursacht :-(
D.Fronath 12.04.2014
4. Titelmühle
Zitat von laxness...nach hinten losgehen, wenn man den Asteroiden duch die Landung in die "falsche" Richtung beschleunigt und damit erst eine Kollision mit der Erde verursacht :-(
Ein Asteroid, der sich durch eine Landeeinheit, wie die Menschheit sie in absehbarerer Zeit bauen kann, beeinflussen lässt, ist kaum eine Gefahr.
david-39 12.04.2014
5. Arm
Zitat von sysopNASA/Goddard/University of Arizona/dpaEine Sonde der Nasa soll einen Asteroiden untersuchen und dazu sogar auf der Oberfläche landen. Den Bau des unbemannten Raumschiffs hat die US-Behörde nun genehmigt. Ziel ist ein Himmelskörper, der in ferner Zukunft der Erde gefährlich werden könnte. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/nasa-will-mit-sonde-auf-asteroid-landen-osiris-rex-a-963873.html
So eine ARM (Asteroid Redirect Mission) könnte irgendwann, vielleicht schon in 10 Jahren, sehr nützlich sein. Dazu müsste man aber eine Sonde parat haben, die wesentlich mehr Schub bereitstellt. Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen auch noch die Menschheit zu retten, ist doch ganz nett. Wer mal spielerisch mehr über praktische Raumfahrt erfahren möchte, kann sich mal das Spiel "Kerbal Space Program" anschauen. Auf der Hauptseite gibt's eine kostenlose Demo zum Testen. Ist wie Fischertechnik mit etwas Physik.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.