Navigationssystem Galileo "Alba" und "Oriana" sind am Ziel

Ein nächster Schritt für das Europa-Navi: Zwei weitere Satelliten für das Galileo-System sind auf ihrer Umlaufbahn angekommen. Doch bis das System vollständig ist, wird es noch eine ganze Weile dauern.

Start der "Sojus"-Rakete mit den Galileo-Satelliten an Bord: Alles gut gegangen
DPA / Esa / Manuel Pedossaut

Start der "Sojus"-Rakete mit den Galileo-Satelliten an Bord: Alles gut gegangen


Eine "Sojus"-Rakete hat zwei neue Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo ins All gebracht. "Die Satelliten sind auf der richtigen Bahn", sagte der Esa-Generaldirektor Jan Wörner am Freitagmorgen.

Die Rakete war kurz nach 4.00 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana gestartet. Genau 3 Stunden und 48 Minuten später setzte sie die Satelliten in 23.500 Kilometern Höhe aus. Anschließend übernahmen Experten im Esa-Bodenkontrollzentrum in Darmstadt die Steuerung.

Die beiden in Bremen gebauten Satelliten namens "Alba" und "Oriana", benannt nach den Gewinnern eines Malwettbewerbs, sind Nummer neun und zehn in der Galileo-Konstellation. Bis zum Jahr 2020 soll diese insgesamt 30 Satelliten umfassen, 27 im Dauereinsatz und drei Ersatzkandidaten.

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Galileo: Wegweiser im Weltraum
Im vergangenen Jahr hatte eine Panne nach dem Start dafür gesorgt, dass zwei Galileo-Satelliten im falschen Orbit ausgesetzt wurden. Sie konnten später in eine günstigere Umlaufbahn navigiert werden. Beim letzten Start Ende März lief dann alles problemlos. In diesem Jahr sollen noch zwei weitere Satelliten folgen, 2016 ist ein Start einer Ariane-5-Rakete mit vier Satelliten geplant.

Mit Galileo will Europa unabhängig vom amerikanischen GPS werden. Seine Positionsdaten sollen künftig weltweit zum Beispiel von Navigationsgeräten in Autos genutzt werden können. Allerdings hatte sich das Prestigeprojekt mehrfach verzögert. Die beiden Satelliten sind Nummer 9 und 10 in der Galileo-Konstellation, die bis 2020 insgesamt 30 Satelliten umfassen soll.

"Wir haben erst ein Drittel der Arbeit geschafft, aber das ist das schwierigste Drittel", sagte der Esa-Programmchef Didier Faivre vor dem Start. Bei der Europäischen Weltraumorganisation denkt man freilich schon deutlich weiter: "Man braucht nicht zu denken, dass man nur alle Satelliten ins All bringen muss, und dann für ein paar Jahrzehnte seine Ruhe hat", so Esa-Chef Wörner im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Die Konstellation müsse immer wieder erneuert werden. Deshalb werde er sich in Kürze an die Esa-Mitgliedstaaten wenden, um Geld für die Entwicklung dieser neuen Satelliten einzusammeln.

chs/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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egoneiermann 11.09.2015
1.
Vollständig ist relativ, wie der Artikel ja selbst feststellt. Das System ist nun betriebsbereit mit jedem weiteren Satelliten verbessert sich die Genauigkeit. Hoffen wir, dass bald die Hardware in den Handel kommt, das wäre doch was für die nächste Smartphone-Generation von Samsung und Apple.
Inselbewohner, 11.09.2015
2. Verschwörungstheorie?
Ich finde es natürlich gut wenn wir uns vom GPS unabhängig machen. Leider hab ich vor einiger Zeit gelesen, dass das System eigentlich gar nicht zur Ortung ausgelegt ist sondern zur Ortung der Bewegung jedes Fahrzeugs, dass heißt jedes Fahrzeug wird bald einen Transponder/Transmitter erhalten(Pflicht) und egal wie wann und wo wird aufgezeichnet ob ein KFZ sich auf öffentlichen Straßen bewegt und dafür sofort eine Gebühr vom Konto abgebucht wird. Weis vielleicht jemand mehr über das Thema? Schönen Tag noch HP
cindy2009 11.09.2015
3. Schwachfug
Zitat von InselbewohnerIch finde es natürlich gut wenn wir uns vom GPS unabhängig machen. Leider hab ich vor einiger Zeit gelesen, dass das System eigentlich gar nicht zur Ortung ausgelegt ist sondern zur Ortung der Bewegung jedes Fahrzeugs, dass heißt jedes Fahrzeug wird bald einen Transponder/Transmitter erhalten(Pflicht) und egal wie wann und wo wird aufgezeichnet ob ein KFZ sich auf öffentlichen Straßen bewegt und dafür sofort eine Gebühr vom Konto abgebucht wird. Weis vielleicht jemand mehr über das Thema? Schönen Tag noch HP
Gibt es in der Antarktis öffentliche Strassen? Oder andersrum - auf welcher Insel wohnen Sie denn? Da ist nichts, aber auch gar nichts dran. Nicht mal ne Verschwörungstheorie!
bloßich 11.09.2015
4. Ja - VT !
Zitat von InselbewohnerIch finde es natürlich gut wenn wir uns vom GPS unabhängig machen. Leider hab ich vor einiger Zeit gelesen, dass das System eigentlich gar nicht zur Ortung ausgelegt ist sondern zur Ortung der Bewegung jedes Fahrzeugs, dass heißt jedes Fahrzeug wird bald einen Transponder/Transmitter erhalten(Pflicht) und egal wie wann und wo wird aufgezeichnet ob ein KFZ sich auf öffentlichen Straßen bewegt und dafür sofort eine Gebühr vom Konto abgebucht wird. Weis vielleicht jemand mehr über das Thema? Schönen Tag noch HP
Im Kontext von GPS - oder einem technisch ähnlichen System - macht ein "Transponder/Transmitter" doch gar keinen Sinn. Denn es ist ja nicht so, als dass die Empänger mit dem Satelliten kmmunizieren würden. Es wird nur einseitig das Zeitsignal des Satelliten empfangen und darus der Ort ermittelt. Wollte man die Bewegung von Fahrzeugen aufzeichnen, böte sich hierfür auch zunächst einmal an, eine automatische Nummernschilderfassung per Kammera flächendeckend aufzubauen. Das wäre viel billiger als ein solches System im Weltraum zu entwickeln. Und wenn es denn unbedingt ein solches weltraumsystem sein sollte - warum dann ein eigenes, neues aufbauen, anstatt einfach GPS (oder Glossnass bzw. das der Chinesen) zu nutzen ? Dies VT macht mal sowas von gar keinen Sinn !
egoneiermann 11.09.2015
5.
Zitat von InselbewohnerIch finde es natürlich gut wenn wir uns vom GPS unabhängig machen. Leider hab ich vor einiger Zeit gelesen, dass das System eigentlich gar nicht zur Ortung ausgelegt ist sondern zur Ortung der Bewegung jedes Fahrzeugs, dass heißt jedes Fahrzeug wird bald einen Transponder/Transmitter erhalten(Pflicht) und egal wie wann und wo wird aufgezeichnet ob ein KFZ sich auf öffentlichen Straßen bewegt und dafür sofort eine Gebühr vom Konto abgebucht wird. Weis vielleicht jemand mehr über das Thema? Schönen Tag noch HP
Natürlich ist eine Einnahmequelle, zukünftig für die gerade in Probe befindlichen autonomen KFZ die besonders gute Ortsbedtimmung zu verkaufen. Da ist GPS noch zu schlecht, weil man Spurgenau fahren will, also darf der Fehler keine 10m sein. Für Überwachung reicht GPS allerding völlig aus, und Mietfahrzeuge oder auch Mitfahrzentralen haben so ein Empfänger schon drin. Allerdings darf das Überwachen nicht online erfolgen, das ist gegen unser Recht. Möglich ist natürlich so eine zukünftige Maut zu erheben, allerdings muss auch das mit dem Datenschutz noch geklärt werden.
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