Ceres-Fotos Raumsonde "Dawn" nimmt fremde Welt ins Visier

Nach sieben Jahren Flug nähert sich die Nasa-Sonde "Dawn" ihrem Ziel - dem Zwergplaneten Ceres. Fotos zeigen die ersten Strukturen auf der Oberfläche und machen neugierig auf eine rätselhafte Welt im fernen Asteroidengürtel.

NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

Hamburg - Der Anflug zur Ceres beginnt. Die Raumsonde "Dawn" hat neue Fotos des Zwergplaneten geschossen - die besten, die sie bislang von ihrer Mission geliefert hat. Sie zeigen Ceres aus einer Entfernung von 380.000 Kilometern. Dies entspricht in etwa dem Abstand zwischen Erde und Mond. Auf den Fotos belegt der 950 Kilometer große Zwergplanet zwar nur 27 Pixel. Doch sie liefern bereits Hinweise auf seine Oberflächenstrukturen.

Über den Kleinplaneten im Asteroidengürtel zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter wissen Astronomen bislang nur wenig. Ceres ist kugelförmig - das unterscheidet ihn von vielen Asteroiden. Womöglich war der Körper vor etwa 4,5 Milliarden Jahren auf dem besten Weg zu einem ausgewachsenen Planeten, bevor er mitten in dieser Entwicklung stecken blieb. Forscher gehen davon aus, dass in Ceres ein früher Zustand unseres Sonnensystems konserviert ist. Unter der Oberfläche vermuten sie Eis.

Die bislang besten Aufnahmen von Ceres stammen vom Weltraumteleskop "Hubble" aus den Jahren 2003 und 2004. Die Raumsonde "Dawn" kommt dem Himmelskörper in den kommenden Wochen immer näher, um am 6. März schließlich in eine Umlaufbahn einzuschwenken. Dann hoffen Astronomen der Nasa und vom Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen auf hochaufgelöste Aufnahmen. Die Göttinger Forscher haben die Kamera der Raumsonde entwickelt.

"Schon jetzt lassen sich erste Oberflächenstrukturen wie etwa Krater erahnen", sagte Andreas Nathues, wissenschaftlicher Leiter des Kamerasystems. Zudem zeige sich ein auffälliger heller Fleck auf der Oberfläche. Die Strukturen würden in den nächsten Wochen immer klarer hervortreten, je näher die Sonde Ceres komme.

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"Es ist aufregend mitzuerleben, wie die Oberfläche einer neuen Welt nach und nach in den Blick rückt", sagte Mark Sykes vom Planetary Science Institute in Tuscon (USA). Man suche beispielsweise nach Anzeichen von Kryovulkanismus. Kryovulkane stoßen keine Lava aus, sondern Verbindungen wie Methan oder Wasser, die im Innern des Himmelskörper gefroren vorliegen.

Mithilfe des Esa-Teleskops "Herschel" hatten Forscher Anfang 2014 Wasser auf Ceres nachgewiesen. Laut den damaligen Berechnungen müssten an zwei Stellen des Asteroiden insgesamt etwa sechs Kilogramm Wasser pro Sekunde ins All strömen. Neue detailreichere Fotos könnten in den nächsten Wochen helfen, das Wasserrätsel zu klären "Sobald die Krater klarer erkennbar sind, könnte ihre Form zudem Rückschlüsse darauf zulassen, ob Eis vorhanden ist", sagte Max-Planck-Forscher Nathues.

Die Sonde "Dawn" war bereits 2007 in Cape Canaveral gestartet und im Jahr 2011 beim Asteroiden Vesta angekommen, um diesen eingehend zu untersuchen. Seit 2012 fliegt "Dawn" zu ihrém zweiten Ziel - dem Zwergplaneten Ceres. Geleitet wird die Mission vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa.

hda



insgesamt 9 Beiträge
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Flugor 20.01.2015
1. Bevor jemand fragt, warum die Sonde für jene 380000km so lange braucht
Angetrieben wird jene Sonde mit einem Ionen-Antrieb, welcher einen Schub produziert, welcher etwa jener Kraft entspricht, welches ein DIN-A4-Blatt durch sein Gewicht ausübt. Damit kann man weder stark beschleunigen, noch stark abbremsen und wenn jene Sonde jenen Kleinplaneten umkreisen soll, muss sie bei ihrer Ankunft entsprechend langsam sein.
bucksatan 20.01.2015
2. Omg!!!!
"Über den Kleinplaneten im Asteroidengürtel zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter wissen Astronomen bislang nur wenig." Wer hat denn da recherchiert?!
Cugel 20.01.2015
3. Sehr schön....
.... mich würde allerdings viel mehr interessieren, wie die Forscher darauf kommen, auf Ceres könne es Kryovulkanismus geben. Wo sollte die Energie hierfür herkommen? Schließlich ist Ceres kein Mond mit Gezeitenreibung (-wärme) und selbst Jupiters Schwerefeld dürfte bei Ceres´ Größe und Entfernung eine zu kleine Potentialdiffernz haben.
Fehlerfortpflanzung 20.01.2015
4. Ceres & Gauss
Ceres wurde 1801 von Giuseppe Piazzi entdeckt. Leider konnte er nur 3 Messungen machen. Später beschäftigte sich C. F. Gauss mit dem Zwergplaneten und berechnete seine Bahndaten mit einer neuen Methode, die später als Methode des kleinsten Quadrates bekannt wurde. Mit Hilfe der neuen Berechnungen konnte der Zwergplanet wiedergefunden werden.
kevinschmied704 20.01.2015
5. na endlich.^^
leute wir müssen endlich mal was mit dem antrieb machen. ^^ das dauert mir zulange. aber is an sich ein cooles jahr für die erforschung des sonnensystems. dieses jahr kommt ja auch endlich unser derzeit schnelsstes gefährt an. die new horizon ein dreifaches hiphip. ^^ :D
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