Neuer Rekord Nasa-Ballon stieg auf 49 Kilometer Höhe

Ein Nasa-Forschungsballon - der größte, der je erfolgreich abhob - hat noch eine weitere Bestmarke gesetzt: Er erreichte an der Grenze zum Weltraum eine Flughöhe von 49 Kilometern.


Start des Rekordballons: Steigflug an die Obergrenze der Stratosphäre
NASA / GSFC

Start des Rekordballons: Steigflug an die Obergrenze der Stratosphäre

Die Reise des Rekordballons begann am 25. August nahe der ehemaligen Goldgräberstadt Lynn Lake in Manitoba, Kanada. Die zunächst schlaffe Hülle aus dünnem Polyethylen stieg langsam bis an die Obergrenze der Stratosphäre und plusterte sich dabei zunehmend auf. Wie die Nasa mitteilte, erreichte das Luftfahrzeug eine Flughöhe von 49 Kilometern - eine neue Bestmarke.

Zudem war der Ballon, so die US-Raumfahrtbehörde, mit einem Volumen von 1,7 Millionen Kubikmetern der größte, der je mit Erfolg gestartet wurde. Die verantwortlichen Forscher zeigten sich begeistert: "Dieser Flug sollte helfen, eine neue Plattform für Wissenschaftszweige wie die Ultraviolett- und Röntgenastronomie zu schaffen", sagte Steve Smith vom Nasa Balloon Program am Goddard Space Flight Center.

Aufgabe des Ballons war es, ein Nachweisgerät für Elektronen aus der kosmischen Strahlung, das so genannte Low Energy Electrons Instrument (LEE), nach oben zu tragen. Nach Abschluss des Experiments wird die 690 Kilogramm schwere Apparatur per Radiosignal ausgeklinkt, so dass sie an einem Fallschirm zu Boden segelt. Die Ballonhülle sinkt separat zur Erde zurück.

Der Flug ist der sechste in einer Serie von Starts, bei denen das LEE und ein weiteres Instrument Langzeitdaten zur kosmischen Strahlung sammeln sollen. Insgesamt haben die Geräte schon rund 120 Stunden lang Messungen vorgenommen. Zuvor hatten die Wissenschaftler allerdings kleinere Standardballons der US-Raumfahrtbehörde mit einem Volumen von bis zu 1,13 Millionen Kubikmetern verwendet.

Die jetzige Rekordreise sei "eine Demonstration dafür, dass Ballons mit relativ schwerer Last eine extreme Höhe erreichen können", sagte Danny Ball von der National Scientific Balloon Facility in Palestine, Texas. "Wir hoffen, dass dieser Flug Interesse in anderen wissenschaftlichen Disziplinen weckt, die auch auf Beobachtungen in sehr großer Höhe angewiesen sind."



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