Nach 6,5 Milliarden Kilometern Nasa-Sonde erreicht Ultima Thule am Rand unseres Sonnensystems

Nach jahrelanger Reise ist es am Neujahrstag so weit: Die Nasa-Sonde "New Horizons" fliegt am Himmelskörper Ultima Thule vorbei. Noch nie hat eine Sonde ein so weit entferntes Objekt besucht.
Sonde "New Horizons" am Pluto (künstlerische Darstellung)

Sonde "New Horizons" am Pluto (künstlerische Darstellung)

Foto: NASA/ JHUAPL/ SwRI/ HANDOUT/ EPA-EFE/ REX

Für Forscher und Weltraumfans ist dieser erste Januar nicht irgendein Neujahrstag. Denn es steht ein Großevent an, und der Countdown läuft : Abends gegen Viertel nach sechs nach deutscher Zeit soll die Nasa-Sonde "New Horizons" am Himmelskörper Ultima Thule vorbeifliegen und einen neuen Rekord aufstellen: Noch nie hat eine Sonde ein so weit entferntes Objekt in unserem Sonnensystem besucht.

Ultima Thule liegt im Kuipergürtel und ist rund sechseinhalb Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Er ist wohl ziemlich rot und dunkel. Das leiten die Forscher aus Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble" ab. Ultima Thule hinter dem Zwergplaneten Pluto braucht 297 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden und hat einen Durchmesser von 20 bis 30 Kilometern.

Ansonsten ist über Ultima Thule und die anderen geschätzt mehr als 70.000 Himmelskörper des Kuipergürtels bislang jedoch wenig bekannt. Sie sind von der Erde aus schwer zu erkennen, weil die Sonne dort nur noch ein winziger Punkt unter vielen am Sternenhimmel ist und die Himmelskörper deswegen wenig Licht reflektieren.

Am Dienstagabend soll "New Horizons" mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometern pro Sekunde in 3500 Kilometern Entfernung an Ultima Thule vorbeifliegen und Messwerte aufzeichnen. Die Sonde hat unter anderem hochauflösende Kameras, zwei Teilchen- und Plasma-Messinstrumente und einen Staubdetektor an Bord.

Erste Bilder sollen zwar schon in den Tagen nach ihrem kurzen Rendezvous mit dem Himmelskörper zur Erde kommen. Wegen der großen Entfernung der Sonde soll die Übertragung aller Informationen aber bis weit in den Sommer 2020 hinein dauern.

"New Horizons" war vor 13 Jahren aufgebrochen, um Pluto zu erforschen, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf seiner Seite schreibt . An dem Zwergplaneten flog sie im Juli 2015 vorbei und schickte Fotos zur Erde, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Sie zeigten eisige Flüsse und spektakuläre Gebirgslandschaften, insgesamt 30 Geländeformen zählten Nasa-Forscher.

Fotostrecke

Dunstige Eislandschaft: Spektakuläre Pluto-Fotos

Foto: NASA/ JHUAPL/ SWRI
lov

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