Satellitenbild der Woche Wo Santa Claus wohnt

Am Polarkreis weihnachtet es sehr. Das Himmelsauge »Senitel 1« hat die angebliche Heimat des Weihnachtsmanns abgelichtet – trotz totaler Dunkelheit.
Die Stadt Rovaniemi und der Bottnische Meerbusen vom All aus betrachtet: Von hier stammt die Legende des Weihnachtsmannes, behaupten die Finnen.

Die Stadt Rovaniemi und der Bottnische Meerbusen vom All aus betrachtet: Von hier stammt die Legende des Weihnachtsmannes, behaupten die Finnen.

Foto: Copernicus Sentinel Data / ESA / CC BY-SA 3.0 IGO

Eine Woche vor Weihnachten hat die Europäische Raumfahrtorganisation Aufnahmen der Heimat von Santa Claus präsentiert, die der Radarsatellit »Sentinel 1« über Finnlands Norden gemacht hat. Zu sehen ist am oberen Bildrand die Kleinstadt Rovaniemi, die sich an der Kreuzung der zwei Flüsse Kemijoki und Ounasjoki befindet. Rovaniemi liegt direkt auf dem nördlichen Polarkreis – einer unsichtbaren, rein geografischen und klimatischen Grenze zwischen gemäßigter und arktischer Zone.

Dieser Breitengrad ist Wendepunkt für Licht und Dunkelheit: Während wir derzeit immerhin noch ein paar Stunden Tageslicht haben, geht dort die Sonne im Winter tagelang erst gar nicht auf. Eine Ausnahmesituation, die Mensch und Tier eine große Anpassungsfähigkeit abverlangt. Lappland im Winter bedeutet Dunkelheit, Schneefall, Temperaturen weit unter null und Nordlichter.

Der finnischen Legende nach soll in dieser Einöde der Weihnachtsmann zu Hause sein. Die Erzählung hat der Radiomoderator Onkel Markus 1927 in die Welt gesetzt – und machte damit anderen Ländern wie Kanada und Grönland Konkurrenz, die ebenfalls den Ursprung des Weihnachtsmanns für sich beanspruchen.

Laut dem finnischen Märchen leben Santa Claus und seine Wichtel auf dem Berg Korvatunturi, der rund 350 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Rovaniemi an der russischen Grenze liegt. Auf Initiative eines Parlamentsabgeordneten wurde Lappland sogar höchst offiziell zum Weihnachtsmannland erklärt.

Der Bottnische Meerbusen ist im Winder zugefroren, weil sein Salzgehalt extrem niedrig ist.

Der Bottnische Meerbusen ist im Winder zugefroren, weil sein Salzgehalt extrem niedrig ist.

Foto: Copernicus Sentinel Data / ESA / CC BY-SA 3.0 IGO

Acht Kilometer nördlich von Rovaniemi befindet sich das Weihnachtsmann-Dorf – eine Art Disney Land für Weihnachtsfans.

Die Satellitenaufnahme von Rovaniemi und dem Bottnischen Meerbusen entstanden im Jahr 2019: Das Bild kombiniert drei Radaraufnahmen des Satelliten Sentinel 1 vom Februar (grün), März (rot) und April (blau) 2019. Die Farben zeigen das veränderte Landschaftsbild im Laufe der Zeit.

Besonders bunt ist es im unteren Bildteil, der den Bottnischen Meeresbusen zeigt. Die Bucht ist der nördlichste Arm der Ostsee und liegt zwischen der finnischen Westküste und der schwedischen Ostküste. In die Bucht fließen große Mengen Süßwasser aus mehreren Flüssen, darunter die im Bild sichtbaren Flüsse Torne und Kemijoki. Letzterer fließt auch durch Rovaniemi. Der Salzgehalt des Meerwassers ist in der Bucht deshalb extrem niedrig und so bleibt die Eisbedeckung dort bis zu fünf Monate lang relativ stabil. Die Farben zeigen die unterschiedlichen Stadien der Schmelze und Bewegungen des Eises an.

Ohne die Unterstützung von Eisbrechern ist der Schiffsverkehr im Winter dort nicht möglich. Die Schiffe folgen den Eisbrechern, die in geraden Linien von Hafen zu Hafen fahren. Auf dem Bild sind einige dieser Eisbrecher-Fahrten als schmale Linien zu erkennen.  

Die Bilder hat der Radarsatellit »Sentinel 1« gemacht. Er gehört zur Copernicus-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA. »Sentinel« bedeutet so viel wie Wächter und wurde 2014 in die Erdumlaufbahn gebracht. Aus 700 Kilometern Höhe kann er zum Beispiel die Eismassen an den Polen überwachen – ungeachtet der Wetterlage. Aufnahmen sind auch bei totaler Dunkelheit möglich.

sug
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.