Sonde "Osiris Rex" Asteroid Bennu wirft mit Steinen um sich

In 150 Jahren könnte Asteroid Bennu der Erde nahe kommen. Forscher untersuchen den Gesteinsbrocken schon heute und fanden bei der Analyse aus nächster Nähe gleich mehrere Überraschungen.

Geröllstrom am Asteroiden Bennu
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Geröllstrom am Asteroiden Bennu


Die Oberfläche des Asteroiden Bennu sieht aus wie eine Geröllhalde. Das ist auf Bildern der Raumsonde "Osiris Rex" zu erkennen, die die amerikanische Weltraumbehörde Nasa veröffentlichte. Bennu ist übersät mit Steinbrocken, viele davon haben einen Durchmesser von mehr als einem Meter. Bennu hat einen Durchmesser von etwa 492 Metern.

In sieben Forschungsarbeiten in Fachblättern der "Nature"-Gruppe präsentierten Wissenschaftler neue Erkenntnisse zu Bennu, darunter sind auch Nahaufnahmen. Der tiefschwarze Asteroid könnte der Erde in mehr als 150 Jahren recht nahe kommen. Auch wenn das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden.

Untersuchungen von der Erde hatten zunächst darauf hingedeutet, dass Bennu eine eher glatte Oberfläche hat, auf der ein paar größere Gesteinsbrocken liegen. Der nun entdeckte steinige Untergrund mache es schwieriger, Bodenproben von Bennu zu nehmen, berichten die Forscher. Die Sonde "Osiris Rex" soll sich dem Asteroiden so weit annähern, dass sie Proben aufsaugen kann.

Oberfläche des Asteroiden Bennu
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Oberfläche des Asteroiden Bennu

Ursprünglich sollte dafür ein Ort gefunden werden, der auf einem Durchmesser von 50 Metern keine Hindernisse aufweist. Diesen Plan haben die Forscher aufgrund der vielen Felsbrocken nun aufgegeben und halten nach einer kleineren Zone Ausschau. Noch ist etwas Zeit. Bis 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren.

"Das ist eine der größten Überraschungen meiner wissenschaftlichen Karriere"

Auf den Bildern, die "Osiris Rex" von Bennu gemacht hat, ist auch zu erkennen, wie er aktiv Partikel ins All ausstößt. Einige dieser Partikel umkreisen den Asteroiden, bevor sie wieder zu dessen Oberfläche zurückkehren, berichtet das Forscherteam. "Das ist eine der größten Überraschungen meiner wissenschaftlichen Karriere", sagte Projektleiter Dante Lauretta von der University of Arizona.

In den vergangenen drei Monaten hat "Osiris Rex" die Partikelströme genauer untersucht. Erstmals entdeckt hatten die Forscher diese am 6. Januar 2019. Anschließend entschieden sie, häufiger Daten von dem Asteroiden zu sammeln. Im Februar und März registrierten sie weitere Ausbrüche. Was genau deren Ursache ist, können sie noch nicht sagen. Eine Gefahr für die Raumsonde besteht aber nicht.

Außerdem konnten die Forscher nachweisen, dass sich die Geschwindigkeit, mit der Bennu um die eigenen Achse rotiert, verändert. Während er sich im Sonnenlicht dreht, heizt er sich ungleichmäßig auf und kühlt wieder ab. Dadurch wächst seine Rotationsgeschwindigkeit. Die Zeit, die er für eine Umdrehung um die eigene Achse braucht, verringert sich so alle hundert Jahre um eine Sekunde.

Auch frühere Erkenntnisse über Bennu konnten die Forscher bestätigen. Sie fanden Magneteisenerz auf dem Asteroiden. Der Fund zeige, dass das Gestein mit Wasser in Kontakt gekommen ist, so die Forscher. Das Wasser stammt den Untersuchungen zufolge von einem größeren Himmelskörper, zu dem Bennu einst gehörte.

Nach rund zwei Jahren und mehr als 650 Millionen zurückgelegten Kilometern war "Osiris Rex" Anfang Dezember bei dem Asteroiden angekommen. Von der rund eine Milliarde Dollar (880 Millionen Euro) teuren Mission erhoffen sich die Wissenschaftler der Nasa Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

jme/dpa

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