Höhepunkt der Perseiden-Saison Die Nacht der Sternschnuppen steht bevor

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind minütlich Sternschnuppen am Himmel zu sehen. Das Spektakel wird vielerorts mit bloßem Auge zu erkennen sein. Die wichtigsten Informationen im Überblick.
Sternschnuppen über Nordrhein-Westfalen (Archiv): Beste Sicht in den Abendstunden

Sternschnuppen über Nordrhein-Westfalen (Archiv): Beste Sicht in den Abendstunden

Foto: Oliver Berg/ dpa

Jeden Sommer schießen zig Sternschnuppen über den Nachthimmel. In diesem Jahr steht der Höhepunkt der Schauer nun unmittelbar bevor. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wird der Sternschnuppenstrom der Perseiden sein Maximum erreichen - sichtbar für Himmelsgucker und Hobbyastronomen.

Die Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland geht davon aus, dass stündlich bis zu 100 verglühende Meteore am Himmel zu sehen sein werden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt rechnet mit etwas weniger Sternschnuppen - rund 60 pro Stunde, also durchschnittlich eine jede Minute.

Mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, sind die Perseiden recht schnell. Helle Objekte, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind nicht selten.

Wann sind die Sternschnuppen am besten zu sehen?

Eine besonders gute Sicht gibt es Experten zufolge am Dienstag in den späten Abendstunden. Gegen Mitternacht geht der Mond auf, sodass schwächere Sternschnuppen dann nicht mehr zu sehen sind. Wer sich etwas wünschen möchte, muss seinen Blick am Abend nach Osten oder Nordosten wenden.

Freie Sicht auf das Spektakel gibt es im Nordosten von Deutschland: Da ist es dem Deutschen Wetterdienst zufolge sternenklar. Im Süden können sich am Dienstag in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Teilen von Nordrhein-Westfalen allerdings tagsüber Gewitter bilden. Das birgt die Gefahr, dass später Restwolken und diesige Luft die Sicht versperren. Chancen gebe es dennoch überall, weil man nicht exakt sagen könne, wo die Gewitter entstehen.

Sind technische Hilfsmittel sinnvoll?

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl oder eine Isomatte und eine gute Rundumsicht reichen aus. Die beste Beobachtungsmöglichkeit bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. 

"Ein Fernglas oder Fernrohr hilft beim Beobachten wenig, da beide das Gesichtsfeld einschränken", erklärte Manfred Gaida, Astrophysiker im Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Erfolgreicher sei die Suche mit bloßem Auge. Fotografen hilft eine stabil und windsicher aufgestellte Kamera mit einem gut abbildenden Weitwinkel- oder einem sogenannten Fisheye-Objektiv.

Wie entstehen die Perseiden?

Die Sternschnuppen scheinen dem Sternbild Perseus zu entspringen. Die wahre Ursache liegt jedoch an anderer Stelle: Auf ihrer Bahn um die Sonne fliegt die Erde durch eine Wolke kleiner Kometentrümmerteilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlässt, schreiben die Sternfreunde. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Der Komet 109P/Swift-Tuttle wurde 1862 von Lewis Swift und Horace Tuttle unabhängig voneinander entdeckt. Für seine Reise um die Sonne benötigt er rund 133 Jahre. Das nächste Mal wird er nach Berechnungen von Astronomen im Jahr 2126 von der Erde aus sichtbar sein.

Was ist derzeit sonst noch gut am Himmel zu erkennen?

Neben den Perseiden hat der Sternhimmel derzeit nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie auch eine wahre Planetenparade zu bieten: Der auffällig helle Jupiter ist fast die gesamte Nacht hindurch gut zu sehen und wandert zusammen mit dem etwas lichtschwächeren Saturn von Südost nach Südwest.

Kurz nach Mitternacht gesellt sich im Osten der Rote Planet Mars dazu. Venus steht früh als heller Morgenstern im Osten und vor Sonnenaufgang ist in der ersten Augusthälfte auch der flinke Merkur unmittelbar über dem Osthorizont zu sehen.

jme/dpa
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