Perseiden Sternschnuppen-Fans müssen schon ganz genau hinsehen

Für Sternschnuppen-Freunde sind die Perseiden ein wichtiger Termin. Doch dieses Jahr wird der Blick auf das Spektakel schwierig.

So sehen die Perseiden aus, wenn man sie sieht. Ein Archivbild von 2013 aus Weißrussland
EPA / TATYANA ZENKOVICH

So sehen die Perseiden aus, wenn man sie sieht. Ein Archivbild von 2013 aus Weißrussland


Ein nahezu voller Mond und vielerorts Wolken beeinträchtigen in der Nacht zum Dienstag voraussichtlich den Blick auf die Perseiden. Ausgerechnet dann erreicht der Sternschnuppenstrom seinen Höhepunkt. Zusätzlich gedämpft wird die Vorfreude durch weitere Schwierigkeiten. So liege das eigentliche Maximum tagsüber, erläuterte Carolin Liefke vom Vorstand der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim.

Zudem lassen sich die Perseiden insgesamt etwas spärlicher blicken als sonst: Denn die Erde trifft diesmal auf ihrer Umlaufbahn nicht so gut die kosmische Staubwolke, aus der sie stammen, so Liefke.

Wer es trotzdem mit der Sternschnuppenjagd probieren will, braucht einen möglichst dunklen Beobachtungsposten. In welche Richtung am Himmel man schaue, ist nicht entscheidend. Doch das mit der Dunkelheit könnte schwierig werden: In der Nacht zum Dienstag steht der Mond fast voll am Firmament. Da der Erdtrabant den Himmel stark aufhellt, sieht man nur die besonders intensiven Sternschnuppen. Der Mond versinkt erst deutlich nach 3.00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit am Horizont.

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Perseiden-Strom: Wünsch dir was

Und dann ist da noch das Wetter. Die besten Chancen für einen freien Blick aufs Firmament gebe es in einem breiten Streifen von Baden Richtung Nordosten, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Auch um Nord- und Ostsee gebe es gute Chancen. Allerdings könnten in beiden Bereichen hohe Schleierwolken die Sicht beeinträchtigen. Wegen dichter Wolken stehen die Chancen dagegen im Südosten eher schlecht. Und auch im Westen könnte die Sicht behindert sein: Dort soll in der Nacht ein Regengebiet aufziehen.

Die Perseiden haben ihren Namen daher, weil sie scheinbar dem Sternbild Perseus entspringen. Ursache für das Phänomen sind Teilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn diese Staubwolke. Wenn die Staubteilchen mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre eindringen, kommt es zu den Leuchtspuren. Sie werden im Volksmund auch Laurentius-Tränen genannt - nach dem im 3. Jahrhundert nach Christus gestorbenen Märtyrer.

chs/dpa



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Sibylle1969 12.08.2019
1.
In den 90ern habe ich mal die Perseiden auf einem Campingplatz in New Mexico erleben dürfen. Weil es weit weg war von jedweder Großstadt, hätte man einmalige Sicht auf den Sternenhimmel. In Deutschland unmöglich.
Ole_Bienkopp 12.08.2019
2.
Zitat von Sibylle1969In den 90ern habe ich mal die Perseiden auf einem Campingplatz in New Mexico erleben dürfen. Weil es weit weg war von jedweder Großstadt, hätte man einmalige Sicht auf den Sternenhimmel. In Deutschland unmöglich.
Würde ich nicht sagen. Ich hab mal im Spreewald Urlaub gemacht. Da konnte man sogar die Milchstraße sehen, die Stadtmenschen gar nicht kennen.
DorianH 12.08.2019
3.
Zitat von Ole_BienkoppWürde ich nicht sagen. Ich hab mal im Spreewald Urlaub gemacht. Da konnte man sogar die Milchstraße sehen, die Stadtmenschen gar nicht kennen.
Ja, dort ist das möglich. Irgendwo zwischen Magdeburg und Berlin gibts eine Stelle, die als "dunkler Punkt" gilt (den richtigen Fachbegriff dafür hab ich gerade vergessen). Dort ist die Milchstraße wohl gut zu sehen. Da, wo ich wohne (Karlsruhe), ist das leider unmöglich.
permissiveactionlink 13.08.2019
4. #1, 2, 3
Ganz so dramatisch und eingeschränkt sind wir bezüglich Lichtverschmutzung in der Bundesrepublik gar nicht, viele Kommunen lernen auch gerade bei der Straßenbeleuchtung dazu, und verwenden Blenden bzw. Lampen, die nur bestimmte Wellenlängen abstrahlen, die sich herausfiltern lassen. In der Bundesrepublik gibt es noch acht (!) wirklich dunkle Regionen. Der bereits erähnte Naturpark Westhavelland mit einer Helligkeit von 21,78 mag/arcsec^2, was nahezu natürlicher Dunkelheit unter dem Sternenhimmel entspricht, wurde 2014 als 1. International Dark Sky Reserve hierzulande anerkannt. Des weiteren gibt es noch : Nationalpark Eifel (21,2 mag/arcsec^2), Naturpark Terra.vita (n. Teutoburger Wald, 21,6 mag/arcsec^2), Biosphärenreservat Rhön (21,78 mag/arcsec^2), Nationalpark Harz (21,75 mag/arcsec^2), Biosphärenreservat Schwäbische Alb/Münsingen (21,15 mag/arcsec^2), Sternenpark Schwarze Elster (Herzberg, 21,4 mag/arcsec^2) sowie Biosphärenreservat Niedersächsische Elbauen, Altmark und Wendland (21,3 mag/arcsec^2). Einige Kilometer muss man hierzulande also schon zurücklegen, aber auch bei uns zeigt sich die Milchstraße noch in voller Pracht. Gute Wetterbedingen vorrausgesetzt.
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