Planetensimulation Das All ist reich an Wasserwelten

Die Erde hat Ozeane, aber gilt das auch für ferne Zwillinge? Forscher haben die Entstehung erdähnlicher Planeten simuliert: Viele virtuelle Welten waren feuchter, als es potenziellen Besuchern lieb sein könnte.

Dass es draußen im Universum zahllose andere Planeten von erdähnlichen Ausmaßen gibt, bezweifelt mittlerweile kaum ein Astronom. Doch wie sehen sie aus, die Zwillingswelten? Sind sie nur von dünnem Wasserdampf umwabert, oder schwappen veritable Ozeane an die fremden Gestade? Forscher um den Astronomen Sean Raymond von der University of Washington haben sich, wie der Online-Dienst "Nature Science Update" berichtet, dieser Frage angenommen - mit überraschendem Ergebnis.

Bislang ist die Existenz erdähnlicher Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zwar reine Hypothese. Doch in den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler über hundert Trabanten der Jupiterklasse nachgewiesen, die um ferne Sonnen kreisen - und wo große Planeten sind, könnten nach Ansicht der Experten genauso gut auch kleine vorkommen. Die Entstehung solcher Welten haben Raymond und seine Kollegen mit Computerhilfe nachgestellt.

Die Erde bildete sich wahrscheinlich aus felsigem Urmaterial, das nach und nach zu einem immer größeren Himmelskörper verklumpte. Modelle zur Entstehung des Sonnensystems lassen allerdings vermuten, dass die ersten Bausteine zu heiß waren, um viel Wasser zu enthalten. Das lebensnotwendige Nass regnete, so nehmen die Theoretiker an, erst später mit Kometen und anderen Trümmerteilen auf die Erde.

Das Team um Raymond berechnete insgesamt 42 verschiedene Szenarien der Planetenbildung innerhalb der Bahn eines jupiterähnlichen Gastrabanten. Von Szenario zu Szenario veränderten die Forscher Position, Masse und Orbit des Riesenplaneten. In jedem Fall entstanden laut "Nature Science Update" in der Simulation eine bis vier Welten der Größenklasse von Venus, Erde und Mars.

Auf diesen Planeten sammelten sich den Wissenschaftlern zufolge Wassermengen an, die zwischen nahezu null und dem 300fachen der irdischen Vorkommen lagen. Offenbar, so folgern die Forscher, ist die Bildung feuchter Trabanten relativ verbreitet. Erstaunlicherweise war mehr als die Hälfte der virtuellen Planeten sogar so nass, dass ihre Ozeane vermutlich viel ausgedehnter wären. Möglicherweise existieren im Weltall regelrechte Wasserwelten, die völlig von Meeren bedeckt sind, so das Team.

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