Namen auf Pluto-Mond Vom Spock-Krater nach Mordor und zurück

Warum müssen Berge, Krater und Schluchten auf fremden Planeten immer heißen wie Götter, Entdecker oder Raumfahrzeuge? Wenigstens auf einem Pluto-Mond könnten jetzt Fans von Science Fiction und Fantasy auf ihre Kosten kommen.
Ripley-Krater, Kubrick-Berg: Vorschläge für Landschaftsnamen auf dem Pluto-Mond Charon

Ripley-Krater, Kubrick-Berg: Vorschläge für Landschaftsnamen auf dem Pluto-Mond Charon

Foto: NASA

Man kann die International Astronomical Union (IAU) als ziemlich humorlosen Haufen sehen. Im Jahr 2006 erkannten ihre Experten dem Pluto den Planetenstatus ab. Nur weil der Himmelskörper weit draußen im Sonnensystem die IAU-Planetendefinition nicht ganz erfüllte. Und als die Nasa den Rover "Curiosity" auf dem Mars auf einen Berg mit der schmissigen Bezeichnung "Mount Sharp" zusteuern ließ, was tat die IAU da? Sie betonte, dass die Erhebung offiziell den Namen Aeolis Mons trage.

Und jetzt, wo die Nasa-Sonde "New Horizons" den Pluto in nie gekannter Auflösung fotografiert hat, sind die Regeln auch wieder sehr streng. Neu entdeckte Formationen auf dem Zwergplaneten dürfen zum Beispiel nur nach mythologischen Figuren oder Orten der Unterwelt benannt werden. Oder nach Raumfahrzeugen. Oder nach Entdeckern auf der Erde. Oder nach Pluto-Forschern.

Klingt alles ein bisschen zusammengewürfelt? Ist halt so. IAU-Regel eben. (Die vollständigen Namenskonventionen finden Sie hier .)

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Pluto: Zwerg mit Heiligenschein

Foto: NASA/ dpa

Doch bei Plutos Mond Charon liegen die Dinge etwas anders. Hier kann sich die Nasa stärker austoben - und das plant sie auch zu tun: So sollen Krater und Gipfel nach Science-Fiction- und Fantasy-Charakteren benannt werden: Auf der Vorschlagsliste stehen unter anderem Kirk, Spock, Sulu und Uhura ("Star Trek") sowie Vader, Skywalker und Leia Organa ("Star Wars"). Sogar einen Mordor ("Herr der Ringe") soll es geben. (Die komplette Vorschlagsliste gibt es hier .)

"Es ist eine Ehre, wenn ein Charakter, an dessen Entstehung man mitgearbeitet hat, solch eine geschätzte Anerkennung bekommt", erklärte William Shatner, alias Captain Kirk, im Interview mit "Mashable" .

Die Nasa hatte in einem öffentlichen Wettbewerb  Namensvorschläge gesammelt, Monate bevor "New Horizons" den Pluto erreicht hat. Treibende Kraft hinter der Aktion war Mark Showalter vom SETI-Institute in Mountain View (US-Bundesstaat Kalifornien). Die IAU muss den Vorschlägen jetzt noch zustimmen.

Und das könnte der Haken an der Sache werden: Die - wie gesagt manchmal etwas humorlos erscheinenden - Fachleute hatten zum Beispiel im Jahr 2007 verhindert, dass ein neu entdeckter Plutomond "Vulcan" heißen durfte - in Erinnerung an die Heimat von Mr. Spock aus "Star Trek". Er trägt stattdessen den Namen Styx.

Man habe jetzt aber eine "passable Chance", dass es Zustimmung für die Vorschläge gebe, sagte Astronom Showalter ebenfalls im Gespräch mit "Mashable". Die IAU sehe es gern, wenn Namensvorschläge schon eine Weile in Gebrauch seien - und zum Beispiel bei der rund 50 Jahre alten "Star Trek"-Serie sei das ja durchaus der Fall.

chs
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