Fotos von Pluto Scharfer Zwergplanet

Der Pluto war nur schemenhaft bekannt - umso mehr begeistern die Fotos des Zwergplaneten. Die Bilder der Sonde "New Horizons" zeigen Eisberge, die hart sind wie Stein.
Fotos von Pluto seit 1930: Selbst die Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble" seit den Neunzigerjahren zeigen nur grobe Umrisse - erst die sich nähernde Sonde "New Horizons" brachte schärfere Bilder. Ihre neuesten zeigen sogar Details.

Fotos von Pluto seit 1930: Selbst die Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble" seit den Neunzigerjahren zeigen nur grobe Umrisse - erst die sich nähernde Sonde "New Horizons" brachte schärfere Bilder. Ihre neuesten zeigen sogar Details.

Foto: NASA

Nach einer mehr als neunjährigen Reise über 4,8 Milliarden Kilometer ist die Sonde "New Horizons" am Dienstag in einer Entfernung von nur 12.500 Kilometern an Pluto vorbeigerast. Die Begegnung der Forschungssonde mit dem rätselhaften Zwergplaneten gilt als ein historischer Moment der Raumfahrtgeschichte: "New Horizons" ist das erste Raumfahrzeug, das Pluto und seinen fünf Monden nahe gekommen ist.

Bislang war der Himmelskörper am Rand des Sonnensystems nur schemenhaft bekannt. Er wurde nach seiner Entdeckung 1930 jahrzehntelang zu den großen Planeten des Sonnensystems gezählt, ehe er 2006 zum Zwergplaneten zurückgestuft wurde. Selbst die Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble" seit den Neunzigerjahren zeigen nur grobe Umrisse von Pluto.

"New Horizons" hat Wissenschaftler jetzt mit Fotos von eisigen Bergen auf dem Zwergplaneten überrascht. Die Gipfel reichten bis in 3500 Meter Höhe, teilte die Nasa mit. Das Eis sei so kalt, dass es hart sei wie Stein.

Wie die Berge entstanden sind, weiß noch niemand. Sie haben sich ersten Einschätzungen der Wissenschaftler zufolge wahrscheinlich erst vor weniger als 100 Millionen Jahren geformt. Die Region könnte also noch geologisch aktiv sein. "Es handelt sich um eine der jüngsten Oberflächen, die wir jemals im Sonnensystem gesehen haben", sagte Nasa-Forscher Jeff Moore.

Auf Plutos Mond Charon entdeckten die Wissenschaftler unter anderem kilometertiefe Gräben und eine rätselhafte dunkle Stelle. "Charon hat uns völlig vom Hocker gerissen", sagte Nasa-Wissenschaftlerin Cathy Holkin.

Rätselhafter Mond Hydra

Auch von Plutos Mond Hydra hat die Sonde "New Horizons" erstmals Fotos in vergleichsweise hoher Auflösung gemacht. Damit konnte die Größe des Mondes auf 43 mal 33 Kilometer eingegrenzt werden. Seine Oberfläche ist wahrscheinlich mit Eis überzogen.

"New Horizons" ist längst weiter. Mit seiner Geschwindigkeit von 50.000 Kilometern pro Stunde hat die Sonde Pluto schon weit hinter sich gelassen und rast derzeit in die Region des sogenannten Kuipergürtels hinein.

Diese Region birgt Überbleibsel aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems vor viereinhalb Milliarden Jahren - es gibt dort Kometen und die Bausteine für kleine Planeten. Nach der erfolgreichen Begegnung mit Pluto soll "New Horizons" demnächst weitere Objekte des Kuipergürtels ansteuern.

Die meisten Daten und Fotos von Pluto wird "New Horizons" erst in den kommenden 16 Monaten nach und nach zur Erde senden - die Übertragung ist weitaus schlechter als eine miese Handyverbindung.

boj/dpa