Fotostrecke

Pluto: Zwerg mit Heiligenschein

Foto: NASA/ dpa

Neue Aufnahme von "New Horizons" Auf Pluto muss mit Nebelbänken gerechnet werden

Pluto hat einen Heiligenschein - zumindest bei Nacht. Eine neue Aufnahme verrät: In ungewöhnlich großer Höhe wabern Nebel über dem Zwergplaneten. Auch Hinweise auf fließendes Eis haben Forscher entdeckt.

Die Nasa-Sonde "New Horizons" hat Nebel auf dem Zwergplaneten Pluto entdeckt. Ein neues Foto zeige gleich zwei dichte Nebelschichten, teilten Nasa-Wissenschaftler bei einer Pressekonferenz in Washington mit. Die eine Schicht liege rund 80 Kilometer über dem Zwergplaneten, die andere rund 50 Kilometer.

Die Entdeckung überrascht die Forscher: Sie waren davon ausgegangen, dass es bereits in mehr als 30 Kilometern Höhe über Pluto zu warm für Nebel sein müsste. Aber selbst in 130 Kilometern Höhe fanden sie noch vereinzelt Nebelfelder. "Mir stand der Mund offen, als ich dieses Foto gesehen habe", sagte Missionsleiter Alan Stern bezogen auf eine Nachtaufnahme der Sonde "New Horizons", die die Nasa am Freitag veröffentlicht hat.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Komplexe Kohlenwasserstoffe geben Pluto Farbe

Modellrechnungen deuten darauf hin, dass sich die Nebel formen, wenn das relativ einfach aufgebaute Gas Methan durch Sonnenlicht aufgespalten wird. Das fördert laut Nasa die Entstehung der größeren kohlenstoffhaltigen Moleküle Ethen und Acetylen. Wenn sie in kältere Schichten der Atmosphäre fallen, können sie zu Eisteilchen gefrieren und so den Nebel bilden.

Ethen und Acetylen habe "New Horizons" bereits in der Plutoatmosphäre nachgewiesen. Möglich sei aber auch, dass sich mithilfe der Sonnenstrahlen zusätzlich noch komplexere Moleküle bilden, sogenannte Tholine.

"Die entdeckten Nebel sind ein Schlüsselelement für die Entstehung von komplexen Kohlenwasserstoffen, die Plutos Oberfläche ihren rötlichen Farbton geben", sagte Michael Summers von der George Mason University in Fairfax. Man brauche nun allerdings ein paar neue Ideen, um herauszufinden, was genau an der Oberfläche des Zwergplaneten los ist.

Strukturen wie Gletscher

Und noch etwas Neues haben die Nasa-Forscher auf Pluto entdeckt: Bereits vor einer Woche hatten sie von einer vergleichsweise jungen eisigen Ebene auf dem Zwergplaneten berichtet, die in einer hellen herzartigen Struktur liegt. Dort haben sie nun Hinweise auf ehemals fließende Eisschichten gefunden. Möglicherweise seien sie immer noch in Bewegung.

Zugleich seien dort auch große Mengen an Stickstoff-, Kohlenmonoxid- und Methaneis entdeckt worden. Bei den tiefen Temperaturen von etwa minus 230 Grad Celsius könnten diese fließen, ähnlich wie Gletscher, sagte Bill McKinnon von der Washington University in St. Louis.

Nach mehr als neun Jahren und fünf Milliarden Kilometern war "New Horizons" Mitte Juli als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersucht. Bis alle beim Vorbeiflug aufgenommenen Daten und Fotos zur Erde geschickt sind, wird es noch 16 Monate dauern.

jme/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.