Pluto-Sonde "New Horizons" mit zwei Tagen Verspätung gestartet

Die bislang erste Erkundungsmission zum rätselhaften Pluto, dem kleinsten Planeten unseres Sonnensystems, hat begonnen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schickte - mit Verspätung - die Sonde "New Horizons" auf den Weg.


Cape Canaveral - Am Ende hat es doch noch geklappt: Die Trägerrakete vom Typ Atlas V-551 startete mit der Sonde um genau 14 Uhr Ortszeit (20 Uhr MEZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ins All. "New Horizons" soll die 4,8 Milliarden Kilometer zum Pluto innerhalb von neun Jahren zurücklegen. Das Projekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa kostet etwa 700 Millionen Dollar (etwa 577 Millionen Euro).

"New Horizons": Trägerrakete und Sonde startete genau um 14 Uhr Ortszeit
AP

"New Horizons": Trägerrakete und Sonde startete genau um 14 Uhr Ortszeit

Die Mission sollte ursprünglich bereits am Dienstag beginnen, wurde aber zunächst wegen heftiger Windböen in Cape Canaveral und dann wegen eines Stromausfalls im Labor der Missionskontrolle im Bundesstaat Maryland verschoben. Bei ihrem Flug soll die dreistufige Atlas-Rakete die Sonde auf eine Geschwindigkeit von 58.000 Kilometern pro Stunde beschleunigen.

Nach gut einem Jahr Reise soll "New Horizons" Schwung im Gravitationsfeld des Jupiter nehmen, das die Sonde dann sogar mit mehr als 75.000 Stundenkilometern Richtung Pluto schleudern dürfte.

"New Horizons" hat fünf Monate vor der kleinsten Annäherung an Pluto und einen Monat danach Zeit, um Daten zu sammeln. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit wird die Sonde nicht in die Umlaufbahn eintreten können.

Pluto wurde 1930 entdeckt und ist der letzte noch nicht von Sonden erforschte Planet. Er ist kleiner als der Mond der Erde und ähnelt so sehr den so genannten "Eiszwergen" - kleineren Objekten am Rande des Sonnensystems - dass seine Klassifikation als Planet inzwischen umstritten ist.

Pluto und sein größter eigener Mond Charon sind so weit entfernt, dass nicht genug Licht von der Sonne für die Energiegewinnung zur Verfügung stehen wird. Energie erhält die Sonde daher vom radioaktiven Zerfall von Plutonium-Kügelchen. Diese betreiben unter anderem sieben wissenschaftliche Instrumente.

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