Privat-Rakete Start der "Falcon 1" verschoben

Wegen technischer Probleme hat das US-Unternehmen SpaceX den für heute geplanten Raketenstart abgesagt. Die zweistufige Trägerrakete "Falcon 1" werde in zwei bis vier Wochen abheben, teilte das Unternehmen mit.


Heute um 18 Uhr deutscher Zeit sollte "Falcon 1" sich auf den Weg ins All machen. Doch daraus wird vorerst nichts. Nachdem bei einem Test der Antriebstechnik gestern Abend Probleme aufgetreten waren, wurde der Start abgesagt. Es werde vermutlich zwei oder vier Wochen dauern, bis die Rakete endlich abheben könne, sagte Elon Musk, der Gründer des Unternehmens SpaceX, das die Rakete entwickelt hat. Der Start war zuvor bereits mehrfach verschoben worden.

Rakete "Falcon 1" von SpaceX: Start verschoben
AFP

Rakete "Falcon 1" von SpaceX: Start verschoben

Bei ihrem Jungfernflug soll die zweistufige Trägerrakete "Falcon 1" von der US-Luftwaffenbasis im Kwajalein-Atoll den Satelliten "FalconSat-2" in den Orbit bringen. Dieser Satellit soll für das US-Verteidigungsministerium mögliche Störungen der Telekommunikation durch Plasma untersuchen.

Firmengründer Musk will mit der "Ariane"-Konkurrentin "Falcon" langfristig vor allem Raumtouristen ins All bringen und hofft auch auf eine Beteiligung an der ersten bemannten Mars-Mission. "Falcon 1" wurde vollkommen privat entwickelt. Übersteht die zweistufige Trägerrakete ihren Jungfernflug, dann hat Europas "Ariane" erstmals private Billig-Konkurrenz.

Beim Bau der Rakete hat SpaceX bewusst Elektronik-Massenware eingesetzt - nur so war die Billigpreis-Strategie überhaupt möglich. Die neue Rakete nutzt flüssigen Sauerstoff und Kerosin und ähnelt darin den Antriebssystemen, die sich bei der ersten Glanzzeit der bemannten Raumfahrt in den sechziger Jahren bewährt haben.

Nächstes Jahr soll eine verstärkte Rakete bereitstehen, die zehn Tonnen Nutzlast in eine niedrige Umlaufbahn bringen kann. Irgendwann soll eine "Falcon" gar 25 Tonnen in den sogenannten Low Earth Orbit und knapp zehn Tonnen in eine geostationäre Umlaufbahn schießen können - und wäre damit genauso stark wie derzeit größte "Ariane". Musk: "Das wird nötig sein, um Menschen zum Mars zu entsenden - und das bleibt unser Endziel."

hda/afp

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