"Cygnus" Privater Raumfrachter hat an ISS angedockt

Der erste Versorgungsflug des privaten Raumfrachters "Cygnus" verläuft erfolgreich: Das unbemannte Raumschiff hat problemlos an der Internationalen Raumstation angedockt. Der ISS-Besatzung steht nun harte Arbeit bevor: Sie muss tagelang Material ausladen.
"Cygnus" beim Andocken an die ISS: Versorgungsflug mit Verspätung

"Cygnus" beim Andocken an die ISS: Versorgungsflug mit Verspätung

Foto: HO/ AFP

Der private Raumtransporter "Cygnus" ist am Sonntag erfolgreich an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt. Der Frachter des US-Unternehmens Orbital Sciences, der mehr als eine Tonne Material für Forschungszwecke an Bord hat, wurde mit Hilfe eines Greifarms an das Modul "Harmony" angekoppelt, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.

"Cygnus" hat 1260 Kilogramm Ausrüstungsgegenstände für Experimente geladen. Auch einige Ameisen sind dabei, deren Verhalten in der Schwerelosigkeit untersucht werden soll. Der Frachter soll in den kommenden Tagen entladen werden.

Der Versorgungsflug war am Donnerstag gestartet. Eigentlich hatte "Cygnus" bereits am Tag zuvor abheben sollen, doch eine erhöhte Strahlung infolge einer starken Sonneneruption drohte die Elektronik an Bord zu beschädigen. Insgesamt hatte der Flug eine Verspätung von drei Wochen.

Es war der erste reguläre Flug für Orbital Sciences, die ebenso wie die Privatfirma SpaceX für die Nasa Nachschub zur ISS fliegt. Die US-Raumfahrtbehörde ist auf die Unternehmen angewiesen, seit sie 2011 ihr Space-Shuttle-Programm nach 30 Jahren eingestellt hat. Orbital Sciences hatte bisher nur einen unbeladenen Testflug unternommen.

Orbital Sciences hat mit der Nasa einen Vertrag über acht Transportflüge zur ISS. SpaceX hat seinen unbemannten Raumtransporter "Dragon" bereits dreimal zur ISS geschickt. Anders als "Dragon" können die Raumfrachter von Orbital Sciences keine Fracht zurück zur Erde bringen. "Cygnus" soll bis zum 18. Februar von den sechs Astronauten an Bord der ISS mit Müll beladen werden, der dann zusammen mit dem Frachter beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht.

mbe/AFP
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