Privatrakete "Falcon 1" scheitert zum dritten Mal

Aller schlechten Dinge sind drei - zumindest was die Startversuche der privaten "Falcon 1"-Rakete der Firma SpaceX angeht. Zum dritten Mal schlug ein Testflug der Privatrakete fehl. Milliardär und Firmenchef Elon Musk will aber nicht aufgeben.


Zwei Minuten und 20 Sekunden nach dem Start wusste Elon Musk, dass auch dieser Testflug fehlschlagen würde. Die zweite Raketenphase löste sich nicht, die Rakete "Falcon 1" erreichte nicht den Orbit, wieder war ein Testflug seines ehrgeizigen Raketenprojektes gescheitert.

Der Internet-Milliardär Musk, der mit dem Online-Bezahlsystem Paypal reich wurde, denkt aber gar nicht daran aufzugeben. "Ich werde niemals aufgeben", sagte Musk. "Und ich meine niemals." Der Mann ist Rückschläge gewohnt - zwei fehlgeschlagene Testflüge hat er bereits hinter sich.

Die kalifornische Firma SpaceX ist eine Art All-Startup und will mit ihren "Falcon"-Billigraketen aus Standardkomponenten den Kilopreis für Transporte in die Erdumlaufbahn drücken. In der kommerziellen Raumfahrt versuchen sich neben Musk auch noch der britische Milliardär Richard Branson - Gründer des Mischkonzerns Virgin - und Jeff Bezos, der mit dem Online-Buchhandel amazon.com zum größten Buchhändler der Welt aufstieg und die Firma Blue Origin gegründet hat. Branson stellte erst vor kurzem das Trägerflugzeug für sein " Space Ship Two" vor.

Der dritte Testflug-Start fand statt auf dem Reagan-Testgelände der US-Army auf Omelek Island im Kwajalein-Atoll - etwa 4000 Kilometer südwestlich von Hawaii. Nach einem zuvor abgebrochenen Start-Countdown hob "Falcon 1" schließlich in der vergangenen Nacht ab. Zunächst schien auch alles planmäßig zu verlaufen, doch dann riss plötzlich die Videoübertragung ab.

Die Gründe für den Fehlschlag sind noch nicht bekannt und werden derzeit von SpaceX untersucht. "Es war ganz klar eine große Enttäuschung, dass 'Falcon 1' auch bei ihrem dritten Flug nicht den Orbit erreicht hat", sagte Musk in einem kurzen Statement nach dem missglückten Start.

Mit an Bord der Rakete waren auch drei Mikro-Satelliten, einer des Pentagon und zwei der US-Weltraumbehörde Nasa. Außerdem noch ein dünnes Solarsegel und ein Mini-Labor.

"Falcon 1" ist 21 Meter lang und kann mit ihrer wiederverwendbaren ersten Raketenstufe bis zu 570 Kilogramm Nutzlast in den Erd-Orbit befördern. Der zweistufige Antrieb wiegt etwa 27 Tonnen.

Der erste Flugversuch der "Falcon 1" fand im März 2006 statt - eine korrodierte Schraubenmutter hatte ein Leck in der Treibstoffversorgung erzeugt und zur Entzündung der Rakete geführt. Beim zweiten Testflug ein Jahr später erreichte "Falcon 1" immerhin eine Höhe von 289 Kilometern. Dann aber versagte der Motor der zweiten Raketenstufe.

Trotz der Rückschläge versicherte Musk, dass SpaceX einen vierten Flugversuch unternehmen werde. Außerdem entwickle SpaceX derzeit auch noch einen Schwertransporter namens "Falcon 9" und ein Raumschiff namens "Dragon", das auch einmal Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen soll.

lub



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