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04. Dezember 2014, 16:01 Uhr

Nasa-Raumschiff

"Orion"-Probeflug auf Freitag verschoben

Die neue Raumkapsel "Orion" der Nasa sollte Donnerstagmittag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abheben. Doch zu starke Winde, ein Boot und lose Kabel verhinderten den Start.

Cape Canaveral - Zum Schluss wurde es noch einmal richtig spannend: Der Start der "Orion"-Raumkapsel am Donnerstagmittag war bereits mehrfach verschoben worden. Erst war ein Boot zu nah an die Startrampe des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida gekommen, dann waren die Winde zu stark, dann gab es technische Schwierigkeiten. Gegen 15.40 Uhr wollten die Mitarbeiter der Nasa es noch einmal versuchen. Doch wieder durchkreuzten Winde die Pläne der Raumfahrttechniker. Am Freitag soll es einen neuen Versuch geben.

Der Start wird mit sehr viel Spannung erwartet, denn mit dem Raumschiff "Orion" sollen schon bald bis zu sechs Astronauten zum Mond, auf einen Asteroiden oder noch viel weiter fliegen. "Dies ist unser nächster Schritt auf dem Weg zum Mars, und es ist ein großer", sagte Nasa-Manager William Gerstenmaier.

Mit "Orion" will die kriselnde Nasa wieder Aufbruchstimmung erzeugen. Die Spaceshuttles sind seit 2011 eingemottet, die bemannten Routineflüge zur Raumstation ISS führen die Russen und ab 2017 zwei Privatunternehmen aus den USA durch. Die Nasa selbst konzentriert sich derweil auf Ziele außerhalb des Erdorbits.

Wenn "Orion" am Freitag tatsächlich abhebt, wäre sie gar nicht allzu lange unterwegs. Der unbemannte Jungfernflug soll nur viereinhalb Stunden dauern. Das Raumschiff wird in dieser Zeit zwei Runden um die Erde drehen, die erste in einem erdnahen Orbit in 200 bis 900 Kilometern Höhe. Danach wird die Oberstufe der Rakete noch einmal für fast fünf Minuten feuern, um "Orion" bis in eine Höhe von 5800 Kilometern zu katapultieren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe.

nik

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