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17. Juli 2019, 14:09 Uhr

Prognose zu Asteroiden-Einschlag korrigiert 

Die Erde ist sicher - vorerst

Manchmal sind auch Nicht-Meldungen wichtig: Ein Asteroid, den Himmelsforscher auf Crashkurs mit der Erde wähnten, wird uns (diesmal) doch nicht treffen. Im September 2023 kommt er aber wieder.

Die drohende Gefahr eines Asteroideneinschlags auf der Erde mit einer Sprengkraft von rund hundert Hiroshima-Bomben ist gebannt. Der bis zu 50 Meter große Brocken mit der offiziellen Bezeichnung 2006 QV 89 wird unseren Planeten verfehlen, sagte der Leiter des Büros für Planetenschutz im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt, Rüdiger Jehn.

Der Brocken hätte im September die Erde treffen können, so die bisherige Befürchtung. Die Chance für eine Kollision lag laut Esa zwischenzeitlich bei 1 zu 7299. Zum Vergleich: Für einen Lottogewinn mit sechs Richtigen plus Zusatzzahl liegt die Chance bei 1 zu 140 Millionen.

Mit einem Teleskop in Chile sei Anfang Juli ein bestimmter Punkt auf der möglichen Bahn des Asteroiden beobachtet worden, so Jehn. Wäre er dort tatsächlich aufgetaucht, wäre der Himmelskörper auch mit der Erde kollidiert. Von 2006 QV 89 war aber nichts zu sehen. Er könnte sich allerdings im September 2023 möglicherweise noch einmal der Erde nähern.

Gesteinsbrocken aus dem All in dieser Größenordnung können immense Schäden anrichten. Vor sechs Jahren richtete die Explosion eines 20-Meter-Asteroiden in der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk Verwüstungen an. Mit einem ohrenbetäubendem Knall raste eine Druckwelle über das Land. Die Explosion des 16.000-Tonnen-Brockens verletzte am 15. Februar 2013 etwa 1500 Menschen - meist durch geborstene Scheiben. An Tausenden Gebäuden entstanden Schäden.

Im Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur in Darmstadt werden derzeit knapp 870 Objekte gelistet, die möglicherweise die Erde in den nächsten hundert Jahren treffen könnten. 2006 QV 89 wird Jehn zufolge in Sichtweite an unserem Planeten vorbeifliegen und kann dabei von der Erde aus beobachtet werden.

Vor einigen Wochen war ein Mini-Asteroid über der Karibik in der Erdatmosphäre verglüht. Dabei hatte ihm ein Satellit zugesehen. Der entstandene Knall war außerdem von einer Lauschstation des internationalen Atomteststopp-Messnetzes aufgezeichnet worden. Ein Brocken dieser Größe trifft die Erde etwa einmal im Jahr. Und doch hat dieser Fall etwas Besonderes: Das Himmelsobjekt mit dem Namen 2019 MO war zuvor von einem Teleskop beim Anflug auf unseren Planeten beobachtet worden. Und das klappte bisher nur äußerst selten.

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chs/dpa

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