Internationale Raumstation Goldfische und Regenwürmer im Orbit angekommen

Wie ergeht es einem Goldfisch im All? Das will ein russisch-japanischer Versuch auf der Internationalen Raumstation ergründen. Die tierischen Probanden sind gerade angekommen, zusammen mit zweieinhalb Tonnen Nachschub für die Crew.
"Progress"-Transporter beim Andocken: Goldfische und Regenwürmer für die ISS

"Progress"-Transporter beim Andocken: Goldfische und Regenwürmer für die ISS

Foto: NASA TV

Moskau - Mit Goldfischen und Regenwürmern für Experimente im All sowie rund zweieinhalb Tonnen Nachschub an Bord hat ein Transporter die Internationale Raumstation ISS erreicht. Die Progress M-22M habe planmäßig in der Nacht zum Donnerstag festgemacht, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Der unbemannte Frachter brachte unter anderem Treibstoff, Ausrüstung, Nahrungsmittel, Trinkwasser und Sauerstoff für die sechsköpfige Besatzung zur ISS.

Die Goldfische sind für einen russisch-japanischen Versuch vorgesehen, bei dem geschlossene Ökosysteme im All sowie Muskelschwund und Knochenverlust in der Schwerelosigkeit beobachtet werden sollen. Auch ein von einer Universität in Peru entwickelter Mini-Satellit, der im Frühling im All ausgesetzt werden soll, war an Bord der "Progress".

Experimente mit Seifenblasen

Der russische Transporter war am Vorabend mit Hilfe einer "Sojus"-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Auf der ISS in mehr als 410 Kilometer Höhe arbeiten derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Amerikaner sowie ein Japaner.

Als nächster Deutscher soll sich Ende Mai der Geophysiker Alexander Gerst auf den Weg zur Raumstation machen, zusammen mit dem russischen Kosmonauten Maxim Surajew und dem Nasa-Astronauten Gregory Reid Wiseman. Gersts Mission heißt "Blue Dot" und erinnert damit an ein Foto der Raumsonde "Voyager 1" aus dem Jahr 1990. Darauf war die Erde nur als winziger Punkt zu sehen - ein Hinweis darauf, wie klein und zerbrechlich unsere Heimat nach den Maßstäben des Alls ist.

Gerst soll bei seiner bis November dauernden Mission rund 40 Experimente unter anderem aus den Bereichen Materialphysik, Strahlenbiologie und Sonnenforschung durchführen. Ein kleiner Teil der Versuche basiert auch auf einem Ideenwettbewerb unter deutschen Schülern. So soll Gerst untersuchen, wie sich Seifenblasen in Schwerelosigkeit verhalten - und ob man sie mit Schallwellen in Bewegung versetzen kann.

chs/dpa
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