Satellitenbild der Woche Wumms

Der Vulkan Raikoke liegt abgeschieden auf einer Inselkette zwischen Japan und Russland. Fast hundert Jahre lang schlummerte er friedlich, nun ist er überraschend ausgebrochen.
Astronauten an Bord der ISS haben den Ausbruch von Raikoke aufgenommen

Astronauten an Bord der ISS haben den Ausbruch von Raikoke aufgenommen

Foto: Joshua Stevens/ NASA Earth Observatory/ AFP

Die Ruhe endete um vier Uhr morgens, als eine riesige Wolke aus Asche und vulkanischen Gasen aus dem Krater schossen: Der eigentlich als ruhig geltende Vulkan Raikoke ist am 22. Juni überraschend ausgebrochen. Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) gelang eine spektakuläre Aufnahme der Eruption aus gut 408 Kilometern Höhe.

Wie ein Kegel lugt der Vulkan aus dem Pazifischen Ozean hervor und bildet eine wenige Quadratkilometer große Insel. Raikoke liegt auf der Inselkette der Kurilen, bis zur russischen Halbinsel Kamtschatka sind es gut 365 Kilometer, bis zu japanischen Insel Hokkaido gut 500 Kilometer. Seit seinem letzten Ausbruch im Jahr 1924 hatte er geschlummert.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Foto: Joshua Stevens/ NASA

Die dicke Rauchwolke stieg 13 Kilometer hoch, bis sie dieselbe Dichte hatte wie die umgebende Luft der Stratosphäre und sich dann seitlich ausbreitete. Ein Sturm im Nordpazifik trieb die Wolke weiter gen Osten.

Die weißen flauschigen Wolken, die die Aschesäule unten wie ein Kragen umschließen, bestehen aus Wasserdampf, nicht aus Asche. Vermutlich spuckte der Vulkan auch Wasser, das durch den enormen Temperaturunterschied zwischen der heißen Aschewolke und der umgebenden Luft sofort kondensierte, oder der Wasserdampf entstand, als Magma auf Wasser traf.

Satellitenaufnahme: Die bräunliche Rauchwolke ist zwischen den Wolken deutlich zu erkennen.

Satellitenaufnahme: Die bräunliche Rauchwolke ist zwischen den Wolken deutlich zu erkennen.

Foto: ESA

Ein Aufnahme aus dem All zeigt, wie sich die Rauchwolke ihren Weg durch umgebende Wolken bahnte. Ein Copernicus-Satellit der Esa hatte das Szenario festgehalten. Satellitenbilder deuten darauf hin, dass die Aschewolke sogar bis zu 17 Kilometer hochgestiegen sein könnte. Weil die Insel so abgelegen ist, waren Satelliten und die Raumfahrer auf der ISS die ersten Zeugen der Eruption.

Abgesprengte Gesteinsbrocken und vulkanische Gase in der Aschewolke können Flugzeuge schwer beschädigen. Japanische Behörden gaben deshalb kurz nach dem Ausbruch Warnungen heraus. Diese Satellitenaufnahme der National Oceanic and Atmospheric Administration zeigt, wie die Aschewolke vertikal aufstieg.

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Laut dem Volcanic Ash Advisory Center  steigt über dem Raikoke mittlerweile kaum noch Asche auf. Die Rauchsäule hat sich so weit verteilt, dass Sensoren von Satelliten sie nicht mehr erfassen können. Eine Wolke aus Schwefeldioxid, die in gut neun bis 13 Kilometer Höhe über den Nordpazifik und Alaska zog, machte sich dagegen noch tagelang bemerkbar.

Vor dem Ausbruch bevölkerten Seelöwen und Eissturmvögel Raikoke. Ob sie überlebt haben, ist unklar. Der Ausbruch hat die komplette Vegetation auf der Vulkaninsel vernichtet.

koe
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