Rat an Außerirdische "Schickt uns eine Flaschenpost!"

Schreibt uns einen Brief, empfehlen Wissenschaftler allen Aliens, die mit der Erde Kontakt aufnehmen möchten. Informationen in einer Raumsonde durchs All zu schicken, sei energetisch sinnvoller, als Funksprüche zu versenden, meinen sie.


Botschaft von Erde an unbekannt: Voyager 1 und 2 haben diese Goldplaketten an Bord
Voyager Project / JPL / NASA

Botschaft von Erde an unbekannt: Voyager 1 und 2 haben diese Goldplaketten an Bord

"Radiosignale verlieren sich über eine große Distanz", sagt Christopher Rose, ein Wissenschaftler an der Rutgers University in New Jersey. Je weiter die Signale geschickt werden sollten, desto mehr Energie verbrauchten sie, schreibt er in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazin "Nature". Außerdem seien Radiowellen, die einen Punkt im All passiert haben, für immer weg. Was heißt: Hören die Aliens gerade mal nicht hin, ist die Botschaft futsch - verloren in der Unendlichkeit des Weltalls.

Rose und sein Team hatten berechnet, wie viel Energie erforderlich ist, um eine Botschaft zu einem 1000 Lichtjahre entfernten Sternensystem zu schicken. Ihre Rechnung: Alle Informationen, die es auf der Erde gibt, könnten auf ein Gramm Material geschrieben werden. Diese Informationen müssten in eine 10 Tonnen schwere Kapsel gepackt werden, um sie auf 0,1 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen zu können und vor schädlicher Strahlung zu schützen.

Eine vergleichbare Datenmenge per Funk zu verschicken, würde wesentlich mehr Energie kosten, sagen die Forscher. Sie geben außerdem zu bedenken, dass diese Radiosignale immer wieder gesendet werden müssten, um sicher zu gehen, dass sie irgendwann Gehör finden. Eine geschriebene Nachricht hingegen habe eine fast unbegrenzte Lebensdauer.

Pioneer-Botschaft: Diese Plaketten wurden mit Pioneer 10 und 11 in den Jahren 1972 und 1973 ins All geschickt
NASA

Pioneer-Botschaft: Diese Plaketten wurden mit Pioneer 10 und 11 in den Jahren 1972 und 1973 ins All geschickt

Das gleiche gelte natürlich auch für die Außerirdischen, die mit uns Kontakt aufnehmen wollten. Rose empfiehlt den Astronomen, die Augen besser offen zu halten. Es könne ja sein, dass die Botschaften der Lebewesen aus anderen Galaxien bereits zu unseren Füßen liegen und nur nicht erkannt werden. Er spekuliert, dass solche Botschaften beispielsweise in Form von organischem Material, in Asteroiden verpackt, auf der Erde gelandet sein könnten.

Zwei Einschränkungen machen die Forscher aber: Zum einen gilt ihr Rat nur für weit entfernte Planeten. Alle Lebewesen, die nicht weiter als 1000 Lichtjahre von Erde entfernt wohnen, sollten besser mit Radiowellen kommunizieren. Das gleiche gilt für Kurznachrichten. Sollte E.T. uns also lediglich mitteilen wollen "hallo, hallo, mich gibt's", greift er am besten zum Funkgerät.



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