Raumfähre Atlantis Andock-Manöver mit Salto rückwärts

Alles gut gegangen: Kurz nach 18 Uhr MEZ dockte die Raumfähre Atlantis mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel an Bord an die Weltraumstation ISS an. Dort soll jetzt das europäische Forschungslabor "Columbus" installiert werden.


Houston - Erste Etappe geschafft: Die Raumfähre "Atlantis" hat am Samstagabend erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Damit bringen die Astronauten nach jahrelanger Verzögerung auch das europäische Forschungslabor "Columbus" an Bord der Raumstation.

Atlantis mit Forschungslabor "Columbus" an Bord: Andock-Manöver geglückt
REUTERS

Atlantis mit Forschungslabor "Columbus" an Bord: Andock-Manöver geglückt

Die "Atlantis" führte zum Andocken einen regelrechten Salto rückwärts unter der ISS durch, so dass die dortige Besatzung das Shuttle unter die Lupe nehmen und Bilder davon zur US-Raumfahrtbehörde NASA nach Houston schicken konnte. Beide Gefährte flogen beim Andocken mit einer Geschwindigkeit von 28.160 Kilometern pro Stunde durch das Weltall. Das Manöver verlief planmäßig, die Fähre dockte um kurz nach 18.00 Uhr MEZ an. "Wir sind auf dem Weg", funkte Shuttle-Kommandant Stephen Frick vor dem Andocken an die ISS. "Wir haben hier einen Blick auf eure Station und es sieht so aus, als wären wir noch weit weg. Sie sieht aus wie ein faszinierender Stern am Firmament", sagte Frick. "Wir freuen uns auf Euer Kommen", antwortete die ISS-Kommandantin Peggy Whitman.

Vor dem kritischen Manöver im Weltraum hatten die Astronauten die Raumfähre am Freitag noch ausführlich auf eventuell beim Start entstandene Schäden untersucht. Vor allem die Tragflächen und die Nase der Fähre wurden untersucht, um zu klären, ob diese besonders empfindlichen Bereiche beim Start von den mindestens drei Schaumstoff- oder Trümmerteilen getroffen wurden, die etwa zwei Minuten nach dem Abheben vom Treibstofftank fielen. Es gab aber zunächst keine Anzeichen, dass die "Atlantis" tatsächlich getroffen wurde.

Mit an Bord der US-Raumfähre, die das 880 Millionen Euro teure europäische Labor-Modul "Columbus" zur Internationalen Raumstation (ISS) bringt, ist auch der deutsche Astronaut Hans Schlegel. Für den 56-Jährigen soll die Installation von "Columbus" an der ISS der Höhepunkt seiner Karriere werden. Dafür muss er zweimal zu Außenbordeinsätzen ins All.

cai/ap



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