Raumfähre "Atlantis" Astronauten untersuchen Shuttle auf Schäden

Nach dem geglückten Start der Raumfähre "Atlantis" hat die Nasa zwar Entwarnung wegen abgeplatzter Isolierung vom "Atlantis"-Tank gegeben. Trotzdem hat die Mannschaft an Bord heute nochmal die Außenhülle inspiziert.


Cape Canaveral - Beim Start der US-Raumfähre "Atlantis" hatten sich erneut Teile des Isoliermaterials gelöst, die nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa allerdings zu keiner Beschädigung geführt haben. Die sechs Astronauten haben heute auf ihrem Flug zur Raumstation ISS die Außenhülle auf Schäden untersucht. Dabei inspizierten sie mit einer Kamera und Lasertechnik die beim Start besonders strapazierten Teile wie Flügelkanten und Nase.

TV-Bild der "Atlantis"-Außenhülle: "Wir betrachten Kleinigkeiten"
REUTERS

TV-Bild der "Atlantis"-Außenhülle: "Wir betrachten Kleinigkeiten"

Hochauflösende Aufnahmen vom Start hatten zuvor mehrere abfallende Teile gezeigt - offenbar Schaumstoff und Eis, berichtete der Direktor des Shuttle-Programms, Wayne Hale, etwa fünf Stunden nach dem Abheben der "Atlantis". An der Raumfähre sei kein Schaden erkennbar. Allerdings wolle man weitere Aufnahmen des Shuttles von Radargeräten, Kameras und einem Sensor in den kommenden drei bis vier Tagen auswerten. Der US-Fernsehsender CNN hatte Bilder gezeigt, auf denen zu sehen war, wie offenbar Isolierschaum vom Tank abbrach.

Nach mehreren missglückten Versuchen war die US-Raumfähre gestern mit sechs Astronauten an Bord vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral gestartet und hatte Kurs auf die ISS genommen. Dort soll sie am heutigen Montag um 12.46 Uhr deutscher Zeit andocken. Sie bringt 16 Tonnen Material zur ISS, darunter zwei große Solarschilde, dank derer die Raumstation doppelt so viel Energie zur Verfügung haben soll wie bisher. Die "Atlantis" bleibt elf oder zwölf Tage im All. Die Nasa hatte den Start zuletzt am Vortag wegen eines technischen Problems erneut müssen.

Die letzten Bauarbeiten an der halbfertigen ISS waren im November 2002 ausgeführt worden. Nach dem "Columbia"-Unglück im Februar 2003 war die Zukunft der amerikanischen Raumfahrt ungewiss; seither flogen nur drei Raumfähren ins All. Erst nachdem im Juli die "Discovery" wohlbehalten von einem Vorbereitungsflug zurückgekehrt war, befand die Nasa einen weiteren Arbeitsflug zur ISS für sicher. Die US-Raumfahrtbehörde plant 16 weitere Raumflüge, um die ISS bis 2010 fertig zu stellen.

tim/AFP/dpa



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