Raumfahrt Billigflieger-Rakete explodiert

Der Jungfernflug des privaten Ariane-Konkurrenten SpaceX ist gescheitert. Nur eine Minute nach dem Start explodierte gestern die unbemannte Rakete "Falcon 1". Milliardär und SpaceX-Chef Elon Musk hält dennoch am Ziel fest, kostengünstige Raketenflüge anzubieten.


Washington - "Falcon 1" sollte gestern von einem US-Militärstützpunkt auf den Marshall-Inseln starten und einen Satelliten des US-Verteidigungsministeriums mit einem Wert von 750.000 Dollar in die Umlaufbahn bringen. Doch der Start schlug fehl, eine Minute nach dem Abschuss explodierte das Fluggerät, teilte eine Sprecherin des Unternehmens SpaceX mit. Die Gründe für das Scheitern seien noch unklar.

"Falcon 1": Nur ein Drittel so teuer wie herkömmliche Raketen
AFP

"Falcon 1": Nur ein Drittel so teuer wie herkömmliche Raketen

Der US-Militärsatellit FalconSat-2 sollte für das Pentagon mögliche Störungen der Telekommunikation durch Plasma untersuchen.

SpaceX-Chef Elon Musk hatte mehrmals erklärt, er schließe ein Scheitern des ersten Starts nicht aus. Für die kommenden zwölf Monate hat SpaceX drei weitere Flüge geplant. Musk will mit der Ariane-Konkurrentin Falcon langfristig vor allem Raumtouristen ins All bringen und hofft auch auf einen Einsatz bei der ersten bemannten Mars-Mission.

Musk hat sein Vermögen im Internet gemacht. 2002 verkaufte er seine Firma PayPal für 1,5 Milliarden Dollar an eBay. Mehr als 100 Millionen Dollar investierte er anschließend in SpaceX mit dem Ziel, Raumfahrt preiswerter zu machen. So liegt der Preis für die kleinste Rakete "Falcon 1" - jenem explodierten Modell - bei 6,7 Millionen Dollar und damit etwa bei einem Drittel des Preises herkömmlicher Raketen.

kaz/AFP/Reuters



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