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21. April 2010, 15:41 Uhr

Raumfahrt

Mexiko bekommt eigene Weltraumbehörde

Mexiko bekommt seine eigene Raumfahrtagentur: Das Abgeordnetenhaus des Landes hat mit überwältigender Mehrheit die Gründung der neuen Behörde beschlossen.

Mexiko-Stadt - Die Amerikaner haben ihre Nasa, die Europäer die Esa, die Russen Roskosmos, die Chinesen die CNSA. Jetzt bekommt auch Mexiko seine eigene Weltraumbehörde, wie das Abgeordnetenhaus am Dienstag beschlossen hat.

280 Abgeordnete stimmten nach offiziellen Angaben für eine nationale Raumfahrtbehörde, zwei votierten dagegen, vier weitere enthielten sich der Stimme. Ausgestattet wurde die Agencia Espacial Mexicana (Aexa) mit einem Anfangsbudget in Höhe von umgerechnet rund 590.000 Euro. Der Senat hatte das Projekt schon vorher gebilligt, die Zustimmung von Präsident Felipe Calderon gilt als sicher.

Das erste Projekt der Aexa ist der Bau einer experimentellen Unterwassersiedlung. Spätestens in zehn Jahren soll dann auf der Halbinsel Yucatán ein eigener Weltraumbahnhof entstehen.

Die Mexikaner liegen mit ihrer Entscheidung durchaus im Trend: Immer mehr Staaten Länder streben in den Weltraum, gern auch im Alleingang. So gibt es in Europa neben der Esa mehrere nationale Weltraumbehörden, wie etwa das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die italienische Agenzia Spaziale Italiana (ASI), das französische Centre national d'études spatiales (CNES) und die erst vor einigen Wochen gegründete UK Space Agency der Briten. Auch in Asien sind die Raumfahrt-Ambitionen in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Vor allem China, Indien und Japan sind dort aktiv.

Der 590.000-Euro-Etat der mexikanischen Raumfahrtbehörde nimmt sich im internationalen Vergleich relativ bescheiden aus. Die Esa etwa verfügt über ein Jahresbudget von rund 3,6 Milliarden Euro, die Nasa gar über umgerechnet rund 14 Milliarden Euro.

mbe/AFP

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