Raumfahrt Nasa verschiebt Start der Marssonde

Die Nasa jubelt über die Rückkehr der Raumfähre "Discovery", hat aber schon wieder neue Probleme: Der für heute geplante Start einer Marssonde wurde wegen technischer Mängel um einen Tag verschoben.


Marssonde: Sie soll Klimadaten übermitteln
DPA/ NASA

Marssonde: Sie soll Klimadaten übermitteln

Washington - Notwendig sei noch einmal eine Überprüfung verschiedener für den Start wichtiger Mechanismen, teilte die Nasa gestern Abend (Ortszeit) in Washington mit. Nun soll der "Mars Reconnaissance Orbiter" am morgigen Donnerstag zwischen 13.50 und 15.35 Uhr deutscher Zeit mit Hilfe einer Atlas-V-Trägerrakete in Cape Canaveral gestartet werden. Aufgabe der Marssonde ist die Suche nach geeigneten Landeplätzen für Roboter und Menschen auf dem Roten Planeten.

Die Nasa glaubt, dass die Sonde dank ihrer Ausstattung mit hochempfindlichen Instrumenten einzigartige Daten über Bodenbeschaffenheit und Klima übermitteln wird. Die Mission kostet Nasa-Angaben zufolge 720 Millionen Dollar (584 Millionen Euro).

Die Heimkehr der "Discovery" ist von der Nasa und von US-Präsident George W. Bush als großer Erfolg und Ermutigung für die weiteren US-Weltraumprogramme gewürdigt worden. Die 14-tägige Mission der Raumfähre zur Internationalen Raumstation ISS sei "ein wichtiger Schritt für die Nasa gewesen, das Vertrauen des amerikanischen Volkes wiederzugewinnen", sagte Bush in Crawford. Nach dem Willen des Präsidenten sollen neue Raumfähren spätestens im Jahr 2020 vom Mond aus zum Mars aufbrechen.

Mit großer Erleichterung in aller Welt wurde die glückliche Rückkehr der ersten US-Raumfähre nach der "Columbia"-Tragödie vom Februar 2003 aufgenommen. Die "Discovery" mit sieben Astronauten an Bord hatte gestern um 14.11 Uhr MESZ auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien aufgesetzt. Mit der Landung, die wegen schlechten Wetters in Florida nach Kalifornien verlegt worden war, ging eine von Problemen begleitete Mission zu Ende. Während die "Discovery" an die ISS angedockt war, mussten zwei Astronauten aussteigen und Reparaturen am Hitzeschild des Shuttles ausführen. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass auf einer Reise Außenarbeiten an einem Shuttle durchgeführt wurden.

Für die Nasa könnten die Folgen der Verlegung des Landeorts von Florida nach Kalifornien gravierend sein: Der Shuttle muss nun huckepack auf einer Boeing 747 nach Florida gebracht werden, damit er dort inspiziert und wieder startklar gemacht werden kann. Dadurch dürfte sich der zurzeit für den 22. September ins Auge gefasste Start der Raumfähre "Atlantis" mit dem Deutschen Thomas Reiter an Bord verzögern. Die "Atlantis" kann erst fliegen, wenn ein zweiter Shuttle für Rettungseinsätze zur Verfügung steht.

Die Astronauten der "Discovery" haben auf ihrer Mission auch Umweltschäden auf der Erde mit bloßem Auge erkennen können. "Discovery"-Kommandantin Eileen Collins sagte auf der ersten Pressekonferenz nach ihrer geglückten Heimkehr zur Erde gestern auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien, sie sei sehr ernüchtert über die Zeichen von Umweltzerstörung in Afrika gewesen. Sie habe große Wald- und Buschbrände, entwaldete Gebiete sowie starke Erosionen sehen können, berichtete Collins.

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Shalashaska, 07.07.2005
1.
---Zitat von sysop--- Oder sind die Nutzeffekte der Erforschung des Alls trotz schöner Bilder weiterhin zweifelhaft? ---Zitatende--- Die Erforschung des Alls. Ein ziemlich breitfächernder Begriff. Die Zielbreite der Forschungen sollte mehr eingeschränkt werden. Wieso z.B. werden keine Bilder von der Rückseite des Mondes veröffentlicht? Was nutzt uns ein "Deep Impact" auf einem Kometen? Nichts, reine Geldverschwendung. Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. Wie bei dem Artikel von "von Brauns Raumschiff". Die Arbeiten wurden eingestellt weil ja Vietnam wichtiger war, da frag ich mich wo leben wir?
Hans-Joachim Grüßner, 07.07.2005
2.
---Zitat von Shalashaska--- Was nutzt uns ein "Deep Impact" auf einem Kometen? Nichts, reine Geldverschwendung. ---Zitatende--- Moin, erst nachdenken, dann schreiben. Die Deep Impact-Mission gibt uns erste Daten darüber, wie man es anfangen könnte, einen Kometen, der die Erde zu treffen droht (ist ja schon öfter passiert), von diesem Kurs abzubringen, zu bremsen, zu zerstören. Wenn so ein Teil die Erde mal getroffen hat, spielt Geld überhaupt keine Rolle mehr. Nie mehr. ---Zitat von Shalashaska--- Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. ---Zitatende--- Aha. Und von welchem Nutzen ? Den nicht unbemannte Sonden auch erbringen könnten ? Wohl zuviel SF gelesen.... Da frag ich mich, wo leben Sie .. ;-) Gruß von der Ostsee Hanjo Grüßner
Sina Kleist, 07.07.2005
3.
---Zitat von Shalashaska--- Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. Wie bei dem Artikel von "von Brauns Raumschiff". Die Arbeiten wurden eingestellt weil ja Vietnam wichtiger war, da frag ich mich wo leben wir? ---Zitatende--- hmmmm..... da draußen sind Sonden zum Teil seit Jahrzehnten unterwegs und liefern recht gescheite Daten. Warum sollte man Menschen auf One-Way-Missionen schicken, wenn es auch anders geht?
Daniel Klein, 07.07.2005
4. Nicht nach den Sternen gereifen ohne Ahnung
Sie sprechen von bemannten Missionen zu Planeten und über deren bessere Erforschung. Doch kennen wir nicht einmal das ganze Potenzial unseres Planeten und haben noch nicht einmal seine Erhaltung im Griff. Ich bin auch dafür das man die Erforschung des Weltraums nicht links liegen lässt. Doch Eile mit Weile. Eines der großen Probleme der Menschen, die jetzt schon von bemannten Flügen zum Mars oder gar anderen Planeten (was ganz und gar unmöglich ist) sprechen, ist: Das sie es vermeindlich schon gesehen haben. Bruce Willis Landet auf Kometen, Val Kilmer erichtet Basisstadionen auf dem Mars und Arni lebt auf dem selben. Wenn man solche Bilder,aus der beeindruckenden Trick- schmieden Holywoods, sieht beeindrucken keine Steine oder erstaufnahmen der Marsoberfläche mehr. Doch das sollten sie denn es ist einfach das beste was wir zum heutigen Stand der Technik erreichen können. Weiter mache weiter Forsche irgendwann ereichen wir den Mars. Doch zur Zeit, sich mit dem zufrieden geben was möglich ist.
5(077y 07.07.2005
5. ziemlich gewagt...
Moin zusammen... Also ich fand das experiment doch ein wenig gewagt; wer sagt denn das der Klotz die komplette kinetische energie, die bei dem Aufprall enstand absorbiert hat... was wäre, wenn sich herausstellt, das die sache doch mehr Einfluss auf die Flugbahn des Kometen hatte als ursprünglich berechnet?! Ok, das ist zwar im Anbetracht der Größenverhältnisse äußerst unwarscheinlich... aber wenn man hier ein kleinwenig mit der Chaostheotie herumfuchtelt, klingt die Sache doch schon ein bischen interessanter.
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