Raumfahrt Peking plant unbemannte Mondmission

China will den Mond erobern, allerdings zunächst mit unbemannten Missionen. Ein Raumfahrtexperte hat Berichte korrigiert, denen zufolge Astronauten bis 2010 zum Erdtrabanten starten sollen.

Das Reich der Mitte will in den nächsten Jahren ein Raumfahrzeug zum Mond schicken. Entgegen anders lautenden Presseberichten wird jedoch zunächst kein Astronaut an Bord sein: "Wir werden den Mond bestimmt erkunden, aber mit einem unbemannten Raumfahrzeug", erklärte Ouyang Ziyuan, der leitende Wissenschaftler des chinesischen Mondforschungsprogramms, in einem Gespräch mit "BBC News Online".

Der Raumfahrtexperte korrigierte damit Medienberichte, wonach China bis 2010 eine Forschungsreise zum Mond unternehmen und später dort eine Basis errichten wolle. "Eines unserer Ziele ist es, Proben vom Mondgestein zur Analyse nach China zu bringen", sagte Ouyang. "Wir sind an den Mineralienvorkommen auf dem Mond interessiert. Deshalb werden wir ein unbemanntes Raumfahrzeug entwickeln."

Einen genauen Zeitplan für die Mondmission wollte das Mitglied der Chinesischen Akademie der Wissenschaften nicht nennen: "Wir sind erst am Beginn unserer Vorbereitungen für eine Monderkundung." Allerdings zeigte sich Ouyang zuversichtlich, mit der ersten Phase spätestens im Jahr 2010 beginnen zu können. Zunächst solle das Raumfahrzeug den Mond umrunden, um ihn nach Bodenschätzen abzusuchen. Später werde dann ein Landefahrzeug konstruiert.

In China werden nach Berichten der amtlichen Presse derzeit zwölf Astronauten für den ersten bemannten Raumflug ausgebildet. Mit einem zukünftigen Mondflug habe das Training jedoch nichts zu tun, stellte Ouyang klar. Ein Ziel des chinesischen Raumfahrtprogramms sei es aber, "nicht später als 2005" eine Raumstation in der Erdumlaufbahn aufzubauen.

Auf lange Sicht will der Wissenschaftler auch einen bemannte Mondlandung nicht ausschließen. Wenngleich Berichte über eine derartige Mission bis 2010 übertrieben wären, könne er sich vorstellen, dass chinesische Astronauten "vielleicht 2020 oder 2030" den Fuß auf den Erdtrabanten setzen, meinte Ouyang. "Der Mond bietet einen gewaltigen Vorrat an Energie und Bodenschätzen für die Menschen."

"Wer den Mond zuerst erobert", fügte der Chefwissenschaftler hinzu, "der wird auch zuerst den Nutzen daraus ziehen." Doch mit der Förderung von Mondschätzen enden die ehrgeizigen chinesischen Raumfahrtpläne offenbar längst nicht: "Wir blicken", so Ouyang, "auch tiefer ins Sonnensystem, nämlich zum Mars."

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