Raumfahrt-Pläne Mond- und Mars-Fieber packt auch die Russen

Die amerikanischen Weltraum-Aktivitäten wirken offenbar ansteckend. Nach Europäern und Chinesen kündigen nun auch die Russen an, den Mond und den Mars erforschen zu wollen.

Die russische Raumfahrtagentur Rosawiakosmos werde bis 2015 voraussichtlich wieder Projekte zur Erforschung des Erdtrabanten und des Roten Planeten in Angriff nehmen, sagte der stellvertretende Behördenchef Nikolai Moissejew in Moskau.

Ein Sprecher des Raketenbaukonzerns Energija behauptete, eine Rakete für einen bemannten Flug zum Mars sei bereits entwickelt und könne zehn Jahren startbereit sein. Allerdings sollte der Mars am besten in Gemeinschaftsarbeit erschlossen werden wie bei der Internationalen Raumstation ISS. Die technischen Lösungen Russlands für eine Mars-Expedition seien wesentlich billiger als die amerikanischen, sagte der Energija-Sprecher.

Die Ende der siebziger Jahre abgebrochene russische Mondforschung könne binnen weniger Jahre wieder angekurbelt werden, erklärte Roald Kremnjow, Direktor des Lawotschkin-Instituts für Raumforschung. "Wir haben unsere technischen Ausarbeitungen dazu über 30 Jahre lang auf dem neuesten Stand gehalten."

Die Sowjetunion hatte den jahrzehntelangen Wettbewerb mit den USA um die Vorherrschaft im Weltraum aufgeben müssen, als das Geld ausging und der Staat zerfiel. Dennoch verfügt Russland weiter über die größte Erfahrung mit Langzeitaufenthalten im Weltraum.

Auch die europäische Raumfahrtagentur Esa hatte jüngst angekündigt, Astronauten zum Mond und zum Mars zu schicken. Im Rahmen des Projekts "Aurora" soll in 20 Jahren ein Europäer den Mond und im Jahr 2030 den Mars betreten.

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