Raumfahrtpläne Südkorea entwickelt eigene Mondsonde

Immer mehr Länder wollen zum Erdtrabanten: Im Jahr 2020 möchte Südkorea ein unbemanntes Raumschiff starten, das den Mond umkreisen soll. Fünf Jahre später ist mit einer zweiten Sonde sogar eine Mondlandung geplant.

Als die Nasa Ende 1972 ihr "Apollo"-Programm begrub, war das Interesse am Mond längst eingeschlafen - und sollte für mehr als drei Jahrzehnte nicht mehr erwachen. Doch seit US-Präsident George W. Bush Anfang 2004 bemannte Flüge zum Erdtrabanten und von dort aus zum Mars als neues Nasa-Ziel ausrief, tüfteln Wissenschaftler wieder intensiv an entsprechenden Missionen - und das nicht nur in den USA. China und Japan haben erst kürzlich eigene Mondsonden gestartet, Indien möchte im April folgen. Auch Russland und Deutschland planen eigene Mondprojekte, denn der Begleiter der Erde gilt als ideales Labor für die Reise zu fernen Planeten.

Bei so vielen Mondmissionen möchte auch Südkorea nicht abseits stehen. Am heutigen Dienstag hat das Ministerium für Wissenschaft und Technologie in Seoul angekündigt, man plane für das Jahr 2020 den Start einer eigenen Sonde, die den Mond umkreisen soll. Eine geeignete Rakete solle bis 2017 entwickelt werden. 2025 will das Land sogar mit einer Sonde auf dem Mond landen, hieß es.

Die Bekanntgabe der ehrgeizigen Pläne Südkoreas verdeutlicht die Rivalität, die in Sachen Raumfahrt derzeit in Asien herrscht. Die japanische Sonde "Kaguya" ist im September gestartet und hat den Mondorbit bereits erreicht. Kürzlich lieferte sie spektakuläre Filmaufnahmen von der Erde, die hinter dem Mond untergeht (siehe Video unten). China folgte im Oktober mit seinem Mondorbiter "Chang'e 1" - auch diese Mission verläuft bislang erfolgreich.

Südkorea hatte bereits im Juni angekündigt, in den nächsten zehn Jahren 2,7 Milliarden Euro in die Raumfahrt zu investieren. Das Land will Raketen und Satelliten selbst bauen. Angaben zu den Kosten der Mondmission machte das Ministerium nicht. Eine Orientierung könnte das deutsche Mondprojekt bieten, das zwischen 250 und 350 Millionen Euro kosten soll.

Große Raketenpläne

Südkorea hat bislang elf Satelliten ins All geschossen, war dabei aber auf Trägersysteme anderer Länder angewiesen. Gemeinsam mit russischen Experten haben Ingenieure des Landes bereits eine zweistufige Rakete entwickelt - genannt Korea Space Launch Vehicle. Sie soll 2008 Forschungssatelliten ins All befördern.

Auch China strebt in Sachen Raketentechnik eine größere Unabhängigkeit an. In fünf Jahren möchte das Land selbstentwickelte Trägerraketen für schwere Satelliten und Raumstationen ins All schießen. Die technischen Fragen zu den Raketen der neuen Generation seien weitgehend geklärt, zitierte die Zeitung "Beijing News" am heutigen Dienstag einen ranghohen Verantwortlichen der Kommission für Zukunftstechnologie in der nördlichen Hafenstadt Tianjin.

Die Raketen mit Durchmessern zwischen 2,25 und 5 Metern würden "Chinas Bedürfnisse nach technologischer Entwicklung und nach einer friedlichen Nutzung des Weltraums in den nächsten 30 bis 50 Jahren erfüllen", sagte Zhang Yanhe dem Blatt. Die Trägerraketen sollen ab Ende 2009 in Tianjin gefertigt werden.

hda/Reuters/AP

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