Raumsonde "Cassini" Der Saturn ist in Sichtweite

Nach einem Abstecher zum Jupiter hat der Weltraumspäher "Cassini" nun sein eigentliches Ziel ins Auge gefasst: Die beteiligten Forscher dürfen sich über das erste Bild vom Saturn freuen.


"Cassini"-Aufnahme von Saturn und Titan (oben links): "Erregender Moment"
NASA/ JPL/ SRI

"Cassini"-Aufnahme von Saturn und Titan (oben links): "Erregender Moment"

Auf diesen Moment hat das "Cassini"-Team lange gewartet: Fünf Jahre nach dem Start liefert die Sonde erstmals Bilder von ihrem Zielobjekt, dem Saturn. Eine vom mechanischen Nasa-Kundschafter aufgenommene Farbansicht des Ringplaneten und seines Mondes Titan hat die US-Raumfahrtbehörde jetzt veröffentlicht.

Für manche der beteiligten Wissenschaftler ist das Grund genug, die professionelle Zurückhaltung fallen zu lassen: Der Saturn sehe "fern und mysteriös" aus, schwärmte Carolyn Porco. Die Planetologin vom Southwest Research Institute in Boulder leitet die Forschergruppe, die für die Kamera des Raumfahrzeuges verantwortlich ist.

"Dies ist ein erregender Moment der Mission", pflichtete ihr Kollege Dennis Matson bei, Projektwissenschaftler beim Jet Propulsion Laboratory der Nasa. "Wir haben den Saturn jetzt in Sichtweite." Für die 285 Millionen Kilometer, die "Cassini" zum Zeitpunkt der Aufnahme noch vom Gasriesen trennten, wird die Raumsonde allerdings noch eine Reisezeit von 20 Monaten benötigen.

"Cassini" hatte den Astronomen bereits Anfang 2001 am Jupiter wertvolle Dienste geleistet: Während sich der Weltraumspäher dort den nötigen Schwung für seine Reise zum Saturn holte, unterstützte er den Satelliten "Galileo" beim Datensammeln. Im Vergleich zu den kommenden Aufgaben waren das allerdings bestenfalls Aufwärmübungen.

Die Sonde soll den Saturn im Sommer 2004 erreichen und ihn vier Jahre lang erforschen. Mit zwölf Instrumenten wird "Cassini" unter anderem Winde und Wolken in der Atmosphäre des Gasriesen beobachten sowie die Zusammensetzung seiner Ringe studieren. Außerdem soll das Raumfahrzeug das Magnetfeld des Planeten messen und seine eisigen Monde besuchen.

Einer der Saturntrabanten ist den Forschern eine Sonderbehandlung wert: Der stürmische Titan, jetzt bereits auf dem Foto zu erkennen, erhält Besuch von der Sonde "Huygens". Die an "Cassini" gekoppelte Landeeinheit der Europäischen Weltraumagentur soll Anfang 2005 auf den Mond stürzen und dabei seltsame Wetterphänomene in der Mondatmosphäre untersuchen.



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