Raumsonde "Dawn" Flug zum Asteroiden-Gürtel gestartet

Nach mehrfacher Verschiebung ist die mit deutscher Beteiligung gebaute Nasa-Raumsonde "Dawn" am heutigen Donnerstag ins All gestartet. Das Raumschiff soll zwei riesige Brocken im Asteroidengürtel besuchen und Geheimnisse der Planetenentstehung lüften.


Washington - Kurz nach 13.30 zündeten die Triebwerke der mächtigen Delta-II-Rakete in Cape Canaveral (Florida). Die Raumsonde "Dawn" wurde auf eine acht Jahre dauernde Reise geschickt. Sie soll den Asteroidengürtel besuchten - jenes Band zwischen innerem und äußerem Sonnensystem, in dem Hunderttausende Kleinkörper die Sonne umkreisen. Der Start war seit Juli wiederholt wegen schlechten Wetters und technischer Probleme verschoben worden.

"Dawn" soll die Asteroiden Vesta und Ceres erforschen. Vom Besuch bei den Himmelskörpern, die zwischen 320 und 450 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt sind, erwarten die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehung der Planeten. Bei der Beobachtung der beiden großen Asteroiden kommt zwei deutschen Kameras eine wichtige Rolle zu, die sich an Bord des Raumschiffs befinden.

Vesta und Ceres sind zwar nahezu gleichzeitig vor rund 4,6 Milliarden Jahren entstanden, aber sehr unterschiedlich zusammengesetzt. So gilt die sonnennähere Vesta, die "Dawn" voraussichtlich 2011 erreichen wird, mit ihren 520 Kilometern Durchmesser als trockener Asteroid.

Ceres, mit 960 Kilometern Durchmesser der größte Brocken im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, weist dagegen wegen seiner größeren Sonnenferne einen höheren Anteil an leichten und flüchtigen Elementen auf - in seinem Inneren vermuten manche Wissenschaftler sogar Wasser. "Dawn" soll 2015 in eine Umlaufbahn um Ceres einschwenken - die Sonde wird dann gut fünf Milliarden Kilometer zurückgelegt haben.

hda/dpa/AFP

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