Studie in Fachzeitschrift »Science« Wasser in Staub eines erdnahen Asteroiden entdeckt

Vor knapp acht Jahren war die Sonde gestartet, nun zeigt die Analyse einer Asteroidenprobe einmalige Erkenntnisse. Und sie stützt Annahmen zum Ursprung des Lebens auf der Erde.
Foto: JAXA / Jiji Press / AFP

Stammte die Grundlage für das Leben auf der Erde aus dem Weltraum? Das legt eine Entdeckung nahe, über die der britische »Guardian« berichtet . Staubpartikel, die eine japanische Raumsonde von einem Asteroiden rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt entnommen hat, enthielten einen überraschenden Bestandteil: einen Wassertropfen.

Die zugrundeliegenden Erkenntnisse stammen aus einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift »Science« . Darin analysierte ein Team aus rund 150 Forschenden rund um den japanischen Wissenschaftler Tomoik Nakamura von der Universität Tōhoku 5,4 Gramm Steine und Staub, die die Sonde »Hayabusa 2« auf dem Asteroiden Ryugu gesammelt hatte.

»Dieser Wassertropfen hat eine große Bedeutung«, sagte Nakamura. »Viele Forscher haben angenommen, dass Wasser [aus dem Weltraum auf die Erde] eingebracht wurde. Wir haben nun tatsächlich Wasser auf Ryugu, einem Asteroiden in Erdnähe, entdeckt – zum ersten Mal überhaupt.«

Asteroidenkollision könnte Wasser auf die Erde gebracht haben

Die Proben von Ryugu waren auf mehrere wissenschaftliche Teams aufgeteilt worden. Mitte August veröffentlichten Forschende zu ihren Proben eine Studie , der zufolge Wasser seinen Ursprung am Rande unseres Sonnensystems haben und mithilfe von Asteroiden auf die Erde gelangt sein könnte. Demnach könnten »Asteroiden vom Typ C, die reich an flüchtigen und organischen Stoffen sind, könnten eine der Hauptquellen für das Wasser auf der Erde gewesen sein«.

Die Entdeckung des Flüssigkeitstropfens von Nakamuras Team bekräftigt diese These. Bei dem Tropfen handelt es sich demnach um »kohlensäurehaltiges Wasser mit Salz und organischem Material«

»Wir haben Beweise etwa dafür gefunden, dass dies in direktem Zusammenhang mit der Entstehung der Ozeane oder organischer Materie auf der Erde stehen könnte.«

Tomoik Nakamura

Asteroiden wie Ryugu oder sein größerer Mutterasteroid könnten bei Kollisionen mit der Erde Wasser geliefert haben, sagte er. »Wir haben Beweise etwa dafür gefunden, dass dies in direktem Zusammenhang mit der Entstehung der Ozeane oder organischer Materie auf der Erde stehen könnte.«

»Hayabusa 2« war 2014 zu dem rund 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden Ryugu gestartet. Im Juni 2018 erreicht die Sonde ihr Ziel und sammelte im Jahr darauf Proben von dem Himmelskörper. Vor zwei Jahren kehrte sie in die Erdumlaufbahn zurück und setzte eine Kapsel mit der Probe ab.

tfb
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