Raumstation ISS Klemmender Bolzen nervt Astronauten

Arbeitseinsatz mit Problemen: Der Ausstieg zweier Astronauten aus der Raumstation ISS dauerte eine Rekordzeit - ein klemmender Bolzen hinderte sie daran, einen Stromverteiler anzuschrauben. Jetzt muss improvisiert werden.

Hängend am Greifarm: Astronaut Akihiko Hoshide bei Reparaturen (oben rechts)
AFP / NASA TV

Hängend am Greifarm: Astronaut Akihiko Hoshide bei Reparaturen (oben rechts)


Houston/Hamburg - Nach einem langen Aufenthalt im Freien sind zwei Astronauten am Donnerstag genervt zurück an Bord der Internationalen Raumstation ISS geklettert. Ein klemmender Bolzen hinderte die Amerikanerin Sunita Williams und den Japaner Akihiko Hoshide am Donnerstag daran, ihr Programm zu erfüllen, teilte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas mit. So konnten sie lediglich neue Kabel für das künftige russische Mehrzwecklabor MLM vom "Sarja"-Modul zum US-Segment verlegen.

Eigentlich sollte der Ausstieg nach sechseinhalb Stunden erledigt sein. Schließlich dauerte er die Rekordzeit von acht Stunden und 17 Minuten. Um 22.33 Uhr deutscher Zeit kehrte das Duo erschöpft in die Station zurück. Trotz intensivster Bemühungen war es ihm nicht gelungen, eine neue Stromverteilerbox vorschriftsmäßig anzuschrauben. Immer wieder stoppte ein störrischer Bolzen das Vorhaben.

Kosmische Strahlung hatte das Gerät beschädigt

Schließlich erteilte der Verantwortliche bei der Nasa für den Ausstieg, Kieth Johnson, die Weisung, die Versuche aufzugeben und die Box zu sichern. Wegen des Zeitmangels konnte auch eine defekte TV-Kamera nicht mehr ausgetauscht werden, so dass ein außerplanmäßiger Ausstieg nötig ist, um die Arbeiten zu vollenden.

Die ISS muss nun mit den restlichen drei Verteilerboxen betrieben werden, die dafür sorgen, dass alle Bereiche gleichmäßig mit Energie versorgt werden und es bei Ausfall einer Stromquelle zu keinem Spannungsabfall kommt. Offenbar hatte die kosmische Strahlung die Elektronik der vierten Box beschädigt.

Für Williams war dies bereits der fünfte Ausstieg, für den Japaner hingegen der erste. Damit hat die Amerikanerin ihren Frauen-Rekord bei der Arbeit im freien Raum auf 37 Stunden und 34 Minuten ausgebaut. Außerdem kann sie seit Donnerstagals Langzeitflugweltrekordlerin auf 241 Tage im All verweisen.

boj/dapd/dpa

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