Raumstation "Sojus"-Kapsel bringt drei Astronauten ins All

Die Internationale Raumstation hat Verstärkung bekommen Eine russische "Sojus"-Kapsel hat drei Astronauten ins All gebracht. Mit an Bord war auch ein seltenes Erinnerungsstück aus der Geschichte der Luftfahrt.

Internationale Raumstation: "Sojus"-Kapsel bringt neue Crewmitglieder
AP / NASA

Internationale Raumstation: "Sojus"-Kapsel bringt neue Crewmitglieder


Cape Canaveral - Die Internationale Raumstation hat drei neue Bewohner. Eine russische "Sojus"-Kapsel mit zwei amerikanischen und einem russischen Astronauten dockte planmäßig um 0.21 Uhr MESZ am russischen ISS-Servicemodul "Swesda" ("Stern") an. Die Kapsel war vor zwei Tagen in Kasachstan gestartet. Es war der 100. Flug zum Außenposten der Menschheit rund 350 Kilometer über der Erde.

Die "Sojus"-Rakete war am Dienstag vom kasachischen Raumbahnhof Baikonur gestartet. Der russische Kapitän Fjodor Jurtschichin sowie die US-Bordingenieure Doug Wheelock und Shannon Walker bleiben fünfeinhalb Monate an Bord der ISS. Dort sollen sie zunächst das Team um den russischen ISS- Kommandanten Alexander Skworzow, seinen Landsmann Michail Kornijenko und die Nasa-Astronautin Tracy Caldwell-Dyson unterstützen, die im September zur Erde zurückkehren.

Shannon Walker, eine begeisterte Privatpilotin, ist zwar Kosmosneuling, setzt aber eine Familientradition fort. Denn ihr Mann ist ebenfalls Astronaut: Er war zwischen 1996 und 2005 viermal im All, davon dreimal in der ISS. Walker brachte auf ihrer ersten Tour ins All auch die Uhr der Luftfahrt-Pionierin Amelia Earhart mit zur ISS.

Der nun sechsköpfigen Crew stehen in den kommenden Monaten ein anspruchsvolles wissenschaftliches Programm, fünf Außenbordeinsätze sowie umfangreiche Wartungs- und Reparaturarbeiten bevor. Zudem empfängt sie mehrere russische Frachtraumschiffe, das erste schon Anfang Juli, und den US-Shuttle "Discovery".

Die Raumfähre wird allerdings nach der neuesten Planung der Nasa nicht wie bisher vorgesehen am 16. September, sondern erst Ende Oktober zur ISS fliegen. Dadurch verschiebt sich wahrscheinlich auch der letzte Start des Shuttle-Programms von November auf Februar nächsten Jahres. Zudem ringt die Nasa mit Präsident Barack Obama noch um einen zusätzlichen Flug der "Atlantis", der im Juni 2011 stattfinden könnte. Die Fähren sollen vor allem schweres Gerät zur Station bringen, die noch bis mindestens 2020 betrieben werden soll.

mbe/dpa/AP/ddp



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