Raumstation »Tiangong« Astronautin Wang Yaping absolviert als erste Chinesin Außenbordeinsatz

Für die Militärpilotin Wang Yaping ist es schon die zweite Reise ins All. Dieses Mal musste sie zur Montage sechs Stunden raus – im Jargon der Astronauten ein »Weltraumspaziergang«.
Außeneinsatz an der chinesischen Raumstation »Tiangong«

Außeneinsatz an der chinesischen Raumstation »Tiangong«

Foto: Guo Zhongzheng / AP

Die Astronautin Wang Yaping hat als erste Chinesin einen Weltraumspaziergang absolviert. Wie die chinesische Weltraumbehörde am Montag mitteilte, verließen Wang und ihr Kollege Zhai Zhigang die Raumstation »Tiangong« (»Himmlischer Palast«) am Sonntagabend für sechsstündige Installationsarbeiten. Sie winkten einer Kamera zu, während sie eine Aufhängevorrichtung an der Station montierten.

»Dies ist der erste Außenbordeinsatz der ›Shenzhou-13‹-Besatzung und auch der erste in der chinesischen Raumfahrtgeschichte, an dem eine Astronautin teilnimmt«, erklärte die Raumfahrtbehörde. Die Mission sei »reibungslos und erfolgreich« verlaufen.

Chinesische Astronautin Wang Yaping vor dem Start zur Raumstation »Tiangong«

Chinesische Astronautin Wang Yaping vor dem Start zur Raumstation »Tiangong«

Foto: AFP

Die Raumfähre »Shenzhou 13« mit Wang, Zhai und dem Militärpiloten Ye Guangfu hatte die Raumstation Mitte Oktober erreicht. Die Kosmonauten sollen ein halbes Jahr im Kernmodul der noch im Bau befindlichen Station »Tiangong« verbringen. Für die Militärpilotin Wang Yaping ist es schon der zweite Aufenthalt im All seit 2013.

Die Volksrepublik hat in den vergangenen Jahren Milliardensummen in ihre Raumfahrtprogramme gesteckt, um zu den Raumfahrtnationen USA und Russland aufzuschließen. Befeuert wurden Chinas Raumfahrtambitionen zum Teil durch ein US-Verbot für chinesische Raumfahrer auf der ISS.

Das Kernmodul der Raumstation war erst Ende April in seine Erdumlaufbahn gebracht worden. Vollständig in Betrieb gehen soll die »Tiangong« nach den chinesischen Plänen im kommenden Jahr.

Bis Ende 2022 sind elf Missionen geplant

Insgesamt plant die chinesische Raumfahrtbehörde elf Missionen zu der Station bis Ende 2022. Dabei sollen unter anderem zwei Besatzungen sowie zwei neue Laboreinheiten zur Erweiterung der Station in den Orbit gebracht werden.

Wenn alles fertig ist, wird die »Tiangong« rund 66 Tonnen wiegen – damit ist die Raumstation deutlich kleiner und leichter als die Internationale Raumstation ISS. Diese wiegt rund 450 Tonnen.

Die ISS wird in Kollaboration von den USA, Russland, Kanada, europäischen Staaten und Japan betrieben. Sie soll noch bis 2024 im Dienst sein. Aus China heißt es, man freue sich schon darauf, auch Astronauten anderer Staaten auf der »Tiangong« willkommen zu heißen. Nach amerikanischem Recht ist für eine Zusammenarbeit zwischen dem amerikanischen und dem chinesischen Raumfahrtprogramm erst die Zustimmung des Kongresses erforderlich. Mit Wissenschaftlern aus Frankreich, Schweden, Russland und Italien kooperiert China bereits.

oka/AFP
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