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09. August 2005, 18:35 Uhr

Reaktionen auf "Discovery"-Landung

Esa hofft auf Ausbau der ISS

Die internationalen Raumfahrt-Organisationen haben mit Erleichterung auf die geglückte Landung der "Discovery" reagiert. Sowohl die japanische Raumfahrtagentur als auch die Esa hoffen nun auf einen planmäßigen Ausbau der ISS.

Internationale Raumstation: Planmäßiger Ausbau nach wie vor gefährdet
AP

Internationale Raumstation: Planmäßiger Ausbau nach wie vor gefährdet

Japans Minister für Wissenschaft und Technologie, Nariaki Nakayama, sagte, er sei äußerst erfreut über die Landung. Der Ausgang der Mission gebe "den Partnern der Internationalen Raumstation einschließlich unseres Landes großes Selbstvertrauen". Nakayama rechnet damit, dass die Shuttles von nun an ohne Probleme ins All fliegen und die Planungen für die ISS zuverlässig fortgesetzt werden könnten.

Ähnlich äußerte sich am Nachmittag ein Sprecher der Esa in Paris. Die erfolgreiche Mission sei eine "fundamentale Etappe, die es möglich macht, mit den Planungen fortzufahren", sagte Franco Bonacina. Alle Hoffnungen der europäischen Raumfahrtagentur konzentrieren sich nun auf die nächste geplante Mission des Shuttles "Atlantis".

Die Esa spekuliert darauf, dass die "Atlantis" noch in diesem Jahr ins All geschossen werden könnte - mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord. Wenn es in der zweiten Septemberhälfte nicht klappen sollte, wäre auch ein Flug Anfang November denkbar, sagte Bonacina.

Die Esa hofft außerdem darauf, dass ihr Weltraumlabor "Columbus" wie geplant im nächsten Jahr zur ISS geschickt werden kann. Das Modul kann nur von einem Shuttle ins All transportiert werden.

Zu den Mutmaßungen um die folgenden Shuttle-Missionen äußerte sich die Nasa jedoch eher zurückhaltend. Die US-Raumfahrtbehörde hatte nach den Pannen beim Start der "Discovery" alle weiteren Shuttle-Flüge zunächst ausgesetzt, bis das Problem der Schaumstoff-Isolierung des Haupttanks geklärt ist.

Auch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigten sich die Experten nach der "Discovery"-Landung erleichtert. Nach Einschätzung von DLR-Chef Sigmar Wittig ist nun der weitere Ausbau der ISS das Hauptziel.

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