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25. Oktober 2011, 11:27 Uhr

Röntgensatellit

"Rosat" über Golf von Bengalen abgestürzt

Tagelang haben die Experten gerätselt, jetzt ist die Absturzstelle von "Rosat" bekannt: Der 2,5 Tonnen schwere deutsche Satellit ist über dem Golf von Bengalen in die Atmosphäre eingetaucht. Ob Teile auf der Erde aufgeschlagen sind, ist aber noch unklar.

Köln - Die Absturzstelle von "Rosat" ist gefunden: Der deutsche Röntgensatellit sei über dem Golf von Bengalen in die Erdatmosphäre eingetreten, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag in Köln mit. Der Eintritt über dem Meer zwischen Indien und Thailand erfolgte demnach am Sonntagmorgen um 3.50 Uhr deutscher Zeit.

Der Absturzort sei auf Basis von Daten internationaler Partneragenturen, vor allem aus den USA, berechnet worden. "Mit dem erfolgten Wiedereintritt von 'Rosat' findet eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Raumfahrtmissionen Deutschlands ihren endgültigen Abschluss", sagte DLR-Vorstandschef Johann-Dietrich Wörner.

Ob Teile des 2,5 Tonnen schweren Satelliten die Erdoberfläche erreicht haben, sei nicht bekannt. Ein Großteil des Satellitenkönnte verglüht sein. "Uns haben seit Sonntagmorgen keine Meldungen erreicht, dass es Sichtungen möglicher Trümmerteile über Land gegeben hat", sagte DLR-Sprecher Andreas Schütz.

Im Vorfeld des Absturzes hatten Experten die Einschätzung geäußert, dass womöglich nur ein Teil des knapp 2,5 Tonnen schweren Satelliten beim Eintritt in die Atmosphäre durch Reibungshitze verglühen werde. Rund 30 Einzelteile mit einer Gesamtmasse von 1,7 Tonnen, darunter ein großer Brocken von allein 1,6 Tonnen Masse, könnten mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde ins Meer gestürzt sein.

"Rosat" war am 1. Juni 1990 ins Weltall gestartet, um den Himmel mit einem Teleskop auf Quellen von Röntgenstrahlen abzusuchen. Von der Erde aus ist dies nicht möglich, da die Erdatmosphäre Röntgenstrahlen absorbiert.

Nach Angaben des DLR haben mehr als 4000 Wissenschaftler aus 24 Ländern die Daten von "Rosat" für ihre Arbeit genutzt. Viele Vorgänge im Universum seien mit Hilfe des Satelliten erstmals beobachtet worden. So lieferte der Satellit 1990 das erste Röntgenbild vom Mond, schickte Aufnahmen der Andromeda-Galaxie zur Erde und fing erstmals Röntgenstrahlen von Kometen ein. Etwa 80.000 kosmische Röntgenquellen wurden registriert, außerdem 6000 Quellen im extremen Ultraviolettbereich.

mbe/dpa/AFP

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