Mission "Rosetta" Ingenieure testen Harpune für erste Kometenlandung

Letzte Tests für das kosmische Rendezvous: Im November soll die Raumsonde "Rosetta" das Minilabor "Philae" auf einem Kometen absetzen. Schaffen es Harpunen, den Lander in seinem Zielkometen zu verankern?
Mission "Rosetta": Ingenieure testen Harpune für erste Kometenlandung

Mission "Rosetta": Ingenieure testen Harpune für erste Kometenlandung

Foto: DLR

Oberpfaffenhofen - Seit zehn Jahren schwirrt sie durchs All, nun läuft der Countdown für die Mission der europäische Raumsonde "Rosetta". Am 6. August soll sie den Kometen67P/Tschurjumow-Gerassimenko  erreichen, im November dann soll die Landeeinheit mit dem Minilabor "Philae" aufsetzen. Die Vorbereitungen zur ersten unbemannten Landung auf dem Kometen gehen jetzt auf die Zielgerade.

Ingenieure testeten am Dienstag in Oberpfaffenhofen bei München eine Harpune, mit der die Landeeinheit "Philae" an dem Kometen verankert werden soll. Mit 90 Metern pro Sekunde jagte die Harpune in eine simulierte Kometenoberfläche aus Schaumbeton. "Im Prinzip hat es geklappt", sagte Stephan Ulamec, Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Ursprüngliche Himmelskörper erkunden

Die bei dem Versuch gewonnenen Daten wollen Fachleute vom DLR und Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) nun nutzen, um den im November geplanten Landevorgang zu optimieren.

"Philae" trägt zehn Instrumente an Bord, mit denen zum Beispiel die Beschaffenheit der Kometenoberfläche erfasst werden soll. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon neue Erkenntnisse zur Entstehung unseres Sonnensystems und den Ursprüngen des Lebens.

Vor dem Andockmanöver soll "Rosetta" sich dem Zielkometen auf bis zu 100 Kilometer nähern. Das in der Raumfahrtgeschichte beispiellose Manöver birgt viele Risiken. "Wir wissen fast gar nichts", sagt ein Projektleiter. "Der Komet kann weich sein wie Pulverschnee oder hart wie Gletschereis." Mitte Juli kursierten zudem Bilder des Zielkometen im Internet, die nahelegen, dass der Brocken aus zwei Teilen besteht, was die Landung zusätzlich erschweren könnte.

Mit der Mission "Rosetta" will die europäische Weltraumorganisation Esa einen der ursprünglichsten Himmelskörper erkunden - Kometen sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems. Das gut eine Milliarde Euro teure Projekt steckt voller Premieren und Superlative. Nie zuvor wurde die Energie einer Raumsonde in so großer Sonnenentfernung von Solarzellen geliefert. Noch nie zuvor schwenkte eine Sonde auf eine Umlaufbahn um einen Kometen ein. Und noch nie wurde ein Forschungsmodul auf einem Kometen abgesetzt.

nik/dpa
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