Geplante Kometenlandung "Rosettas" Ziel ist tiefschwarz

Wie genau sieht es auf "Rosettas" Zielkometen Tschuri aus? Detaillierte Bilder der Raumsonde verraten: In erster Linie ist es sehr, sehr dunkel.
Rosetta und Lander Philae: Eine Landung ins Schwarze

Rosetta und Lander Philae: Eine Landung ins Schwarze

Foto: DPA/ ESA-C. Carreau/ ATG medialab

Hamburg - Mitte November soll erstmals eine Raumsonde auf einem Kometen landen. Über die Oberfläche des angepeilten Objekts mit dem Namen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko", kurz Tschuri, wissen Forscher jetzt mehr: Sie ist vor allem sehr, sehr dunkel. Größere Eisflächen gibt es nicht.

Durch Ultraviolettstrahlung betrachtet sei Tschuri sogar schwärzer als Kohle, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa in der Nacht zum Freitag mit. Das von der Nasa entwickelte Messinstrument "Alice" an Bord der Sonde "Rosetta" hatte im August begonnen, die Oberfläche des Kometen zu untersuchen und dabei diese Entdeckungen gemacht.

Am 6. August war "Rosetta" in eine Umlaufbahn um Tschuri eingeschwenkt. Seitdem umkreist sie den Himmelskörper in etwa hundert Kilometern Entfernung - nah genug, um hochauflösende Fotos zu schießen.

"Wir sind ein bisschen überrascht davon, wie wenig der Komet zurückstrahlt und wie wenig Eisflächen zu sehen sind", sagte Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder, US-Bundesstaat Colorado, der "Alice" gemeinsam mit einem Team von Forschern betreut. Weil der Komet recht weit entfernt von der Sonne ist, hatten die Wissenschaftler eigentlich mehr Eis dort erwartet.

Landeplätze für Lander "Philae"

In der Atmosphäre des Kometen fand das rund vier Kilogramm schwere Messinstrument "Alice" außerdem Wasserstoff und Sauerstoff. Die Nasa hat zu der von der Europäischen Weltraumorganisation Esa geleiteten Mission neben "Alice" noch ein weiteres Messinstrument und einige weitere Teile beigesteuert.

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"Rosetta" erreicht Tschuri: "Hello, Comet!"

Foto: ESA/ Rosetta/ MPS for OSIRIS Team MPS/ UPD/ LAM/ IAA/ SSO/ INTA/ UPM/ DASP/ IDA

Seit "Rosetta" auf Tschuris Umlaufbahn fliegt, hat die Sonde auch Bilder gesendet, die mögliche Landeplätze für "Philae" zeigen. Fünf Orte hat die Esa bisher als geeignet identifiziert.

Seit ihrem Start am 2. März 2004 hat "Rosetta" mehr als sechs Milliarden Kilometer zurückgelegt. Dabei kam sie bereits dreimal an der Erde und einmal am Mars vorbei, um sich neuen Schwung für ihre Reise zu holen. 2011 wurden für einen Ausflug Richtung Jupiter für 957 Tage so gut wie alle Systeme an Bord der Sonde abgeschaltet, um Energie zu sparen. "Rosetta" gewinnt Strom aus Solarzellen.

jme/dpa
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