Rückkehr der "Discovery" Das große Zittern vor der Landung

Trotz aller Zuversicht bei Besatzung und Experten: Die Anspannung vor der Rückkehr der "Discovery" ist riesig. Besonders heikel ist der Moment, in dem die US-Raumfähre wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Die furchtbaren Bilder der "Columbia", die 2003 beim Landeanflug auseinander gebrochen war, sind allgegenwärtig.


Houston/Cape Canaveral - Die Mannschaft der "Discovery" begann am frühen Morgen mit den letzten Vorbereitungen vor der Rückkehr auf die Erde. Die Nasa-Verantwortlichen weckten am Morgen die schlafende Besatzung des Shuttles, der sich wenige Stunden zuvor auf den Rückweg von der Internationalen Raumstation (ISS) zur Erde gemacht hatte. Die Crew legte ihre schweren Spezialanzüge an, die sie bei der riskanten und körperlich sehr belastenden letzten Etappe ihrer Mission schützen sollen.

"Wir freuen uns darauf, nach Hause zu kommen", sagte Kommandantin Eileen Collins nach dem Weckruf in einer Funkbotschaft. Die Astronauten begannen mit den Vorbereitungen zum Verlassen ihrer Umlaufbahn auf 354 Kilometern Höhe. Der Shuttle soll um 4.47 Uhr Ortszeit (10.47 Uhr MESZ) am Kennedy Space Center in Florida landen

Kritischer Moment des Rückflugs ist der Eintritt in die Erdatmosphäre - auch weil er Erinnerungen an die Katastrophe der Columbia vor drei Jahren weckt. Im Februar 2003 war die US-Raumfähre Columbia wegen eines Defekts am Hitze-Schutzschild beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Damals kamen alle sieben Astronauten an Bord ums Leben. Die NASA hatte am Freitag ungeachtet einer gerissenen Isolierdecke unterhalb eines Cockpit-Fensters der Discovery grünes Licht für die Rückkehr zur Erde gegeben.

Die sieben Astronauten zeigten sich nach einer letzten Inspektion des Shuttles am Sonntag optimistisch, sicher zu landen. Auch die Wetteraussichten waren günstig. Sollte es dennoch Probleme geben, könnte die "Discovery" auch erst am Dienstag in Kalifornien oder New Mexico landen.

"Die 'Discovery' ist in hervorragendem Zustand", sagte Kommandantin Eileen Collins in einem zur Erde übertragenen Interview. Die Fähre kann der Raumfahrtbehörde Nasa zufolge nach einer Reparatur am Mittwoch der großen Hitze beim Eintritt in die Atmosphäre standhalten. Die "Discovery" war am 26. Juli gestartet, um Lebensmittel und technische Ausrüstung zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen. Weil sich dabei ein Stück Isolierschaum des Treibstofftanks löste, sagte die Raumfahrtbehörde alle weiteren Flüge bis auf weiteres ab. Eine Untersuchung im All zeigte kleinere Schäden am Hitzeschild und am Fenster der Cockpits. Daraufhin entfernte ein Astronaut zwei hervorstehende Fugenfüller zwischen Hitzekacheln.

Die "Columbia" war 2003 beim Start von Isoliermaterial getroffen worden. Dabei wurde das Hitzeschild beschädigt, was beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zum Auseinanderbrechen des Shuttles führte.

Die Nasa sieht in der 13-tägigen Reise der "Discovery" eine insgesamt "herausragend erfolgreiche Mission. Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten", so der stellvertretende Shuttle-Manager Wayne Hale. Von der internationalen Raumstation ISS wurde gemeldet, dass erstmals seit drei Jahren wieder die komplette Steuerungsanlage funktioniere, die von der "Discovery"-Besatzung repariert worden war. Die Raumfähre hatte zudem fast 15 Tonnen Lebensmittel und technischen Nachschub für die ISS mitgebracht.

Wegen der Erfolge hofft die Nasa auf einen neuen Shuttle-Einsatz schon am 22. September. Bedingung dafür wäre neben einer sicheren Landung am Montagmorgen auch die erfolgreiche Suche nach dem Fehler an den außen gelagerten Treibstofftanks, an denen beim Start der "Discovery" am 26. Juli ein Stück abgefallen war.



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Shalashaska, 07.07.2005
1.
---Zitat von sysop--- Oder sind die Nutzeffekte der Erforschung des Alls trotz schöner Bilder weiterhin zweifelhaft? ---Zitatende--- Die Erforschung des Alls. Ein ziemlich breitfächernder Begriff. Die Zielbreite der Forschungen sollte mehr eingeschränkt werden. Wieso z.B. werden keine Bilder von der Rückseite des Mondes veröffentlicht? Was nutzt uns ein "Deep Impact" auf einem Kometen? Nichts, reine Geldverschwendung. Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. Wie bei dem Artikel von "von Brauns Raumschiff". Die Arbeiten wurden eingestellt weil ja Vietnam wichtiger war, da frag ich mich wo leben wir?
Hans-Joachim Grüßner, 07.07.2005
2.
---Zitat von Shalashaska--- Was nutzt uns ein "Deep Impact" auf einem Kometen? Nichts, reine Geldverschwendung. ---Zitatende--- Moin, erst nachdenken, dann schreiben. Die Deep Impact-Mission gibt uns erste Daten darüber, wie man es anfangen könnte, einen Kometen, der die Erde zu treffen droht (ist ja schon öfter passiert), von diesem Kurs abzubringen, zu bremsen, zu zerstören. Wenn so ein Teil die Erde mal getroffen hat, spielt Geld überhaupt keine Rolle mehr. Nie mehr. ---Zitat von Shalashaska--- Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. ---Zitatende--- Aha. Und von welchem Nutzen ? Den nicht unbemannte Sonden auch erbringen könnten ? Wohl zuviel SF gelesen.... Da frag ich mich, wo leben Sie .. ;-) Gruß von der Ostsee Hanjo Grüßner
Sina Kleist, 07.07.2005
3.
---Zitat von Shalashaska--- Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. Wie bei dem Artikel von "von Brauns Raumschiff". Die Arbeiten wurden eingestellt weil ja Vietnam wichtiger war, da frag ich mich wo leben wir? ---Zitatende--- hmmmm..... da draußen sind Sonden zum Teil seit Jahrzehnten unterwegs und liefern recht gescheite Daten. Warum sollte man Menschen auf One-Way-Missionen schicken, wenn es auch anders geht?
Daniel Klein, 07.07.2005
4. Nicht nach den Sternen gereifen ohne Ahnung
Sie sprechen von bemannten Missionen zu Planeten und über deren bessere Erforschung. Doch kennen wir nicht einmal das ganze Potenzial unseres Planeten und haben noch nicht einmal seine Erhaltung im Griff. Ich bin auch dafür das man die Erforschung des Weltraums nicht links liegen lässt. Doch Eile mit Weile. Eines der großen Probleme der Menschen, die jetzt schon von bemannten Flügen zum Mars oder gar anderen Planeten (was ganz und gar unmöglich ist) sprechen, ist: Das sie es vermeindlich schon gesehen haben. Bruce Willis Landet auf Kometen, Val Kilmer erichtet Basisstadionen auf dem Mars und Arni lebt auf dem selben. Wenn man solche Bilder,aus der beeindruckenden Trick- schmieden Holywoods, sieht beeindrucken keine Steine oder erstaufnahmen der Marsoberfläche mehr. Doch das sollten sie denn es ist einfach das beste was wir zum heutigen Stand der Technik erreichen können. Weiter mache weiter Forsche irgendwann ereichen wir den Mars. Doch zur Zeit, sich mit dem zufrieden geben was möglich ist.
5(077y 07.07.2005
5. ziemlich gewagt...
Moin zusammen... Also ich fand das experiment doch ein wenig gewagt; wer sagt denn das der Klotz die komplette kinetische energie, die bei dem Aufprall enstand absorbiert hat... was wäre, wenn sich herausstellt, das die sache doch mehr Einfluss auf die Flugbahn des Kometen hatte als ursprünglich berechnet?! Ok, das ist zwar im Anbetracht der Größenverhältnisse äußerst unwarscheinlich... aber wenn man hier ein kleinwenig mit der Chaostheotie herumfuchtelt, klingt die Sache doch schon ein bischen interessanter.
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