Russische Raumfahrt Proton-Raketen dürfen wieder starten

Noch immer ist unklar, warum ihre Sojus-Rakete auf dem Weg zur ISS abgestürzt ist - aber eine andere Panne hat die russische Raumfahrtagentur jetzt ausgeklärt: Ein Programmierfehler führte Mitte August zum Verlust eines Kommunikationssatelliten. Jetzt gibt es wieder Starterlaubnis.

Proton-M-Start (Bild vom 5.12.2010): Roskosmos lässt Trägerraketen wieder abheben
AFP

Proton-M-Start (Bild vom 5.12.2010): Roskosmos lässt Trägerraketen wieder abheben


Hamburg - Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos hat die Starts ihrer Proton-M-Trägerraketen wieder zugelassen. Sie mussten vorübergehend am Boden bleiben, nachdem der russische Kommunikationssatellit Express-AM4 am 18. August nicht seine vorausberechnete Umlaufbahn erreicht hatte.

Eine Untersuchungskommission habe jetzt den Grund der Fehlfunktion gefunden, teilte Roskosmos am Dienstag mit. Es war ein Programmierfehler in der Bris-M-Oberstufe der Trägerrakete. Derzeit liefen Ermittlungen gegen die für den Fehlschlag Verantwortlichen.

Bislang sei es nicht gelungen, Kontakt zu dem Satelliten aufzunehmen, der die Erde jetzt auf einer hoch elliptischen Bahn umkreist, betonte die Agentur. Express-AM4 sollte Russland und die GUS-Staaten 15 Jahre lang mit digitalem Fernsehen und Rundfunk sowie Internet versorgen.

In den zwölf Jahren, in denen die Bris-M-Oberstufe im Einsatz ist, habe es fünf Pannen gegeben, berichtet die russische Nachrichtenagentur "Ria Novosti".

wbr/dapd



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