Nach Start in Russland Blitz schlägt in "Sojus"-Rakete ein

Wenige Sekunden nach dem Start wurde eine russische "Sojus"-Rakete von einem Blitz getroffen. Die Technik ist angeblich nicht beschädigt. Es ist nicht das erste Mal, dass es zu so einem Zwischenfall kommt.

Start einer "Sojus"-Rakete (hier im November 2017 vom Weltraumbahnhof Wostotschny)
Dmitri Lovetsky/DPA

Start einer "Sojus"-Rakete (hier im November 2017 vom Weltraumbahnhof Wostotschny)


Im hohen Norden Russlands liegt, inmitten der Nadelwälder der Taiga, das Kosmodrom Plessezk. Seit Mitte der Sechzigerjahre starten von hier aus Raketen ins All, oft mit militärischen Nutzlasten. Bemannte Missionen fliegen dagegen nicht von hier, für sie ist der Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zuständig.

Bei einem unbemannten Raketenstart von Plessezk aus ist es am Montag nun zu einem Zwischenfall gekommen. Eine "Sojus"-Rakete mit einem Navigationssatelliten des "Glonass"-Systems an Bord hatte wie geplant abgehoben, allerdings mitten in einem Gewitter. Wenige Sekunden nach dem Abheben schlug dann ein Blitz in die Rakete ein. Das zeigen Aufnahmen des Militärfernsehsenders Swesda TV.

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Bei dem Blitzeinschlag wurden der vordere Teil und die dritte Raketenstufe getroffen, bestätigte der Leiter des Weltraumbahnhofs russischen Agenturen zufolge. Die Technik sei jedoch nicht beschädigt worden. Der Satellit habe bereits seine berechnete Umlaufbahn erreicht, alles laufe normal, hieß es. Mit den "Glonass"-Satelliten will Russland den Systemen GPS (USA), Galileo (Europa) und Beidou (China) Konkurrenz machen. Endgeräte können aber auch mehrere Signale parallel nutzen.

Gleich zwei Einschläge bei "Apollo 12"

An Startplätzen wie Plessezk stehen normalerweise große Blitzableiter. Sie sollen verhindern, dass ein Blitz in die Rakete einschlägt. Theoretisch könnte das zu einer Explosion führen. Nach dem Start können die Anlagen die Rakete nicht mehr schützen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Blitz nach dem Start in eine Rakete einschlägt. Nach dem Abheben der bemannten Mondmission "Apollo 12" im November 1969 schlugen gleich zwei Blitze ein. Dadurch fielen Teile der Bordelektronik vorübergehend aus. Die Crew um Kommandant Pete Conrad setzte ihre Mission zum Mond aber ohne größere Probleme fort.

Ein unbemannter Start der US-Rakete "Atlas-G" verlief Ende März 1987 deutlich dramatischer. Hier hatte ein Blitzschlag den für die Flugbahn zuständigen Computer gestört. Die Rakete kam vom Kurs ab und zerbrach.

chs/dpa



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